.: blue sky :.

°°Übers Ende der Welt°°

Autorin: Kyra

Teil 1:

Vielleicht erinnern sich einige von euch noch an die Sendung, in der man morgens von seinem Lieblingsstar geweckt wurde. Die Eltern arrangieren alles und ein Traum geht für ihr Kind in Erfüllung. So war es auch bei mir.

Mein Wecker klingelt heute nicht. Wegen der vielen Abiturprüfungen haben wir ausnahmsweise mal schulfrei. Ich habe meine Augen kaum geöffnet, da klopft es an die Tür. Seltsame Uhrzeit für einen Besuch. Ich sage „Ja“ und durch die Tür kommen 4 Gestalten herein. Ich kann noch nicht viel erkennen, es ist so dunkel. Ein großer Junge mit langen schwarzen Haaren tritt ein. 3 weitere Personen folgen ihm. Ich weiß nicht, was hier gerade passiert. Ist das jetzt alles ein Traum oder die Realität? Mit der Zeit begreife ich, dass alles echt ist. Als endlich das Licht angeschaltet ist und ich Stimmen höre, weiß ich, dass alles jetzt gerade wirklich passiert.

Ich kann kaum sprechen, bin wie gelähmt vor Freude, außerdem bin ich total müde. Doch das macht den Jungs nichts aus. Ich frage sie, wie sie den Weg in dieses Kaff hier gefunden haben. Dabei hab ich vergessen, dass sie ja gestern in Oberhausen gespielt haben und morgen nach Hannover müssen, da liegt Detmold ja fast auf dem Weg. Ich gehe kurz ins Bad und mache mich fertig, schließlich weiß ich, dass ich nach der kurzen Nacht echt verschlafen aussehen muss. Als ich wiederkomme inspizieren sie alle meine Poster. Bill: „Boah Tom guck mal, wie sehe ich denn aus?, als wenn ich gleich umkippen würde vor Langeweile.“ Tom sagt daraufhin: „Ach, das Poster ist doch gar nichts im Gegenteil zu diesem hier ey, da wäre ich am liebsten abgehauen, weil die Fotografin mich so angenervt hat. Man sieht es mir echt an.“ Sie haben gar nicht bemerkt, dass ich wieder da bin.

Ich muss lachen und zeige ihnen mein Lieblingsposter, auf dem die komplette Band drauf ist. Dann gehen wir Frühstücken und unterhalten uns dabei über die Tour und über das Album. Bills Augen sind echt umwerfend, fast so, wie bei einem Teddybär. Schon da fallen mir seine Blicke auf, die er mir die ganze Zeit schenkt. Er ist wirklich ein sympathischer- und offener Typ, auch wenn er echt selbstkritisch ist, wie ich ja eben gemerkt habe.

Nach etwa 2 Stunden müssen die vier wieder los. Der Morgen war wirklich lustig und schön. Ich verabschiede mich von allen, bekomme Autogramme und mache noch die letzten Fotos.

Bill wirft mir noch einen langen Blick hinterher, als er geht.

Die Jungs entdecken das Café, dass neben meinem Haus ist und haben spontan Lust ne Runde Billard zu spielen. Der Manager ist eigentlich nicht so begeistert, doch lässt ihnen den Spaß, damit sie etwas abgelenkt werden und nicht nur an den ganzen Stress wegen der Tour denken. Nach einer knappen Stunde hat Bill keine Lust mehr. Er denkt nach.

Bill: ‚Irgendwie war sie ja ganz süß. Echt niedlich, wie sie so verschlafen da lag, und dazu ist sie auch noch humorvoll. Sie war wirklich total nett und überhaupt nicht aufdringlich.’

Bill kann nicht anders, er möchte mich unbedingt noch mal sehen. Zu seinen Bandkollegen sagt er, dass er keine Lust mehr hat und ein bisschen rausgeht.

Als er draußen ist sagt Gustav zu Georg und Tom: „Denkt ihr jetzt gerade das gleiche, wie ich!?“ Tom sagt nur: „Es ist offensichtlich, dass sie sich mögen, ich hab es Bill sowieso angesehen. Der kann mir nichts vormachen, dafür kenne ich ihn zu gut.“

Teil 2:

Draußen regnet es in Strömen. Ich will mir gerade einen Tee machen, da klingelt es plötzlich an der Tür. Als ich aufmache, steht ein durchnässter Bill auf der Treppe. Ich lasse ihn sofort herein und frage, wo er auf einmal herkommt. Bill sagt: „Wir waren nebenan noch Billard spielen, doch ich hatte keine Lust mehr. Also bin ich zu dir gegangen. Ich hoffe das ist okay für dich?“ Er fragt wirklich, ob es okay ist! Ouh man, ich glaube, einen schöneren Besuch gibt es gar nicht! Ich hole schnell ein Handtuch, damit ihm nicht so kalt wird. Dann frag ich ihn: „Willst du vielleicht ein paar trockene Klamotten haben? Ich könnte dir allerdings nur welche von mir geben“. Bill bedankt sich und meint, dass es kein Problem wäre. Wir gehen hoch und ich gebe ihm trockene Sachen. Als er aus dem Bad kommt, sieht er aus wie ein Paradiesvogel. Er hat einfach das angezogen, was ihm passt und dabei gar nicht auf die Farben geachtet. Ich kriege kaum noch Luft vor Lachen. Alles sieht ziemlich zusammengewürfelt aus. Auch er fängt an zu lachen, als er sich im Spiegel richtig betrachtet. Naja, aber immerhin ist ihm jetzt einigermaßen warm. Ich mache schnell den Tee, hole eine DVD und meine Bettdecke. Wir kuscheln uns schön unter die Decke und machen es uns bequem. Der Film war so eine Mischung aus Liebesschnulze und Actionfilm, aber Bill findet ihn gut. Bill scheint müde zu sein, er ist eingeschlafen. Auch ich kann mich nicht lange wach halten. Nach ein paar Stunden klingelt es an der Tür. Man, ich hab die Klingel noch nie so laut empfunden. Es sind die 3 Jungs und der Manager. Sie warten ungeduldig auf Bill. Ich gebe ihm meine Handynummer, wegen der Klamotten. Seine nassen Sachen tue ich in eine Tüte und drücke sie ihm in die Hand. Ich verabschiede mich noch mal von allen und gehe zurück ins Haus. Draußen höre ich noch das Gelächter der anderen wegen Bills Outfit.

An dem Tag bin ich noch total glücklich, da ich lange nicht mehr so eine schöne Zeit hatte.

Doch ich werde immer trauriger. Eigentlich habe ich gar keinen Grund dazu, aber plötzlich ist er nicht mehr in meiner Nähe. Ich habe den Tag mit ihm so genossen und jetzt ist er weg. Ständig denke ich an ihn, ich kann mich auf nichts mehr konzentrieren. Eines Abends fange ich an zu weinen. Er fehlt mir so sehr! Doch genau in diesem Moment klingelt mein Handy. Eine versteckte Nummer. Keine Ahnung, wer das nun ist. Ich schlucke kurz und lasse mir während des Gesprächs nichts anmerken. Es ist tatsächlich Bill! Sofort muss ich grinsen. Ich höre ihm gespannt zu. Er sagt, dass er wenig Zeit hat und das er mich ziemlich nett findet. „Wollen wir uns nicht vielleicht noch mal treffen!?“ fragt er vorsichtig. Ich finde die Idee ziemlich gut. Er erklärt mir, wann ich wohin kommen soll und verabschiedet sich. Ich sage noch schnell, dass er den Rest der Band grüßen soll.

Glücklich laufe ich die Treppe runter und erzähle meinen Eltern von dem Anruf. Sie wissen bereits, dass alles Top Secret bleiben muss und reden mit niemandem drüber. Sie freuen sich für mich und erlauben mir den Wochenendtrip. Bald geht es los. Ich packe schon mal meine Sachen, damit ich nichts vergesse. Er meinte, dass ich für zwei Tage bleiben könnte, also brauche ich genügend Klamotten.

Teil 3:

Am nächsten Morgen liegt ein Päckchen vor meiner Tür. Meine Sachen! Sie sind frisch gewaschen. Ich lege sie schnell in meinen Schrank. Als ich fertig bin, entdecke ich in dem Paket einen Brief. Er ist von Bill. Ich öffne den Brief und lese das hier:

Hey Kyra,

hiermit schicke ich dir deine Klamotten wieder zurück.
Danke noch mal, dass ich sie mir ausleihen durfte. Vielleicht hast du gemerkt, dass ich dich sehr gern habe. Der Tag war echt lustig mit dir.

Ich hoffe wir sehen uns bald mal wieder!

Bill

„Na klar sehen wir uns wieder“ sage ich leise vor mich hin. Er hat den Brief geschrieben, bevor er mich nach dem Treffen gefragt hat, das ist klar.

Am nächsten Tag fahre ich los und freue mich die ganze Band wieder zu treffen.

Die zwei Tage mit Bill sind wunderschön. Er kommt bei meiner Ankunft sofort zu mir und umarmt mich ganz lieb. Wir gehen hoch und packen zusammen meinen Koffer aus, so viele Sachen sind es nicht, ich bleibe ja nur 2 Tage. Alle 5 gehen wir runter und spielen ein bisschen Kicker, das war Toms Idee. „Warum nicht!?“ sage ich, als Tom mich fragt, ob ich Lust hätte. Es ist echt lustig, aber ständig muss ich aufpassen, dass mich nicht jeder mit der Band sieht. Schon der kleinste Verdacht wäre ein Desaster! Nach dem Spiel essen wir was, besonders ich hab nach der Reise Hunger. Dann gehen wir schlafen. Jeder in seinem Zimmer. Meins ist wirklich schön und sehr geräumig. Auf dem Bett fühle ich mich wie eine Prinzessin, es ist der totale Luxus.

Mitten in der Nacht höre ich ein Geräusch. Die Tür geht auf. Alle aus der Band haben die Schlüssel für die Zimmer ihrer Bandkollegen und eben auch den für mein Zimmer. Es ist Bill der hereinkommt und auf Zehenspitzen zu meinem Bett tapst. Er weckt mich sanft und flüstert, dass er nicht schlafen kann. Ich mache Platz und er hüpft in mein Bettchen. „Schlaf schön“ sagt er noch zu mir und legt seinen Arm über mich drüber. „Du auch“ flüstere ich und schlafe sofort wieder ein. Es ist so schön warm, wenn er neben mir liegt. Am nächsten Tag wachen wir früh auf, allerdings muss die Band schnell zu einem Interview. Viel Zeit zum verabschieden bleibt nicht mehr, alle vier müssen noch in die Maske. Bill sagt mir schnell, dass er mich bald anruft und wünscht mir eine gute Reise. Ich begebe mich nun schon wieder auf den Rückweg. Es war wieder ziemlich lustig mit den vieren, oder besser gesagt, mit den fünfen. Der Manager kann auch echt witzig sein mit seinen Bemerkungen. Ständig zieht er andere auf, aber es ist ja alles nur Spaß. Sogar die Nacht mit Bill war wunderschön, auch wenn nichts zwischen uns gelaufen ist.

Teil 4:

Nach dem Wiedersehen hat Bill mich noch oft angerufen, auch getroffen haben wir uns immer häufiger.

Das eine Mal hat er mich so lange auf seinen Anruf warten lassen, dass ich dachte, dass er doch nichts empfindet und mich sitzen lässt. Kann man ja auch verstehen, schließlich hat er sich im Moment um die Band zu kümmern und nicht um irgendein Mädchen.

Doch er ruft wieder an und entschuldigt sich, dass er sich so lange nicht gemeldet hat. Er meint, dass er so viel zu tun hatte, aber die Tour jetzt fast zu Ende ist. Dann wird die Band zur Erholung in den Urlaub fahren. Danach passiert etwas, was ich nicht erwartet habe. Mit leiser Stimme fragt er: „Wir sind bald auf Promotour in Amerika. Zusätzlich wird das eben auch unser Urlaub sein. Ich glaube, dass das alles mit dir mehr Spaß machen würde. Vielleicht hättest du ja Lust mich zu begleiten. Es sind dort nur ein paar Termine, hauptsächlich dürfen wir auch rumhängen und machen was wir wollen, schließlich kennt uns dort niemand. Ich hoffe ich überrumpele dich jetzt damit nicht!?“ Ich weiß nicht, was ich sagen soll, kann es kaum fassen. „Natürlich würde ich gerne mitkommen, das wäre bestimmt schön!“ sage ich hastig. Bill erklärt, dass er mir den Urlaub schenken möchte und das mit dem Management abspricht, weil er weiß, dass ich das nicht bezahlen könnte. Dann muss er schnell auflegen, ein Reporter wartet schon ungeduldig auf ein Interview.

Ich verabschiede mich kurz und denke über die Sache mit dem Urlaub nach. Dann laufe ich schnell die Treppe runter und erzähle alles. Meine Mama findet es richtig aufmerksam und großzügig von ihm, dass er mir den Urlaub bezahlen möchte, schließlich sei ich ja auch nur irgendein Mädchen, dass er zufällig kennen gelernt hat. „Oh ja, das bin ich“, sage ich. „Und wem habe ich zu verdanken, dass er mich kennen gelernt hat? Dir!“. Ich lächele und sie umarmt mich. Ich gehe hoch und beginne wieder mal meinen Koffer zu packen. Diesmal wird es mehr Krams sein, der mit auf Reise muss.

Nach ein paar Tagen bekomme ich wieder einen Anruf, es war natürlich Bill. Er fragt, ob alles klappen würde und ob ich niemandem was erzählt hätte. „Jepp das geht alles in Ordnung und nein, nur meine Eltern wissen davon, und das bleibt auch so“ antworte ich. Er ist froh und erzählt mir daraufhin wo es hingehen soll: „Für 5 Wochen geht es nach Guatemala, Mittelamerika. Dort müssen wir die ersten Interviews führen, haben aber auch viel Freizeit. Das Hotel hat einen Swimming Pool und soll wirklich schön sein. Ich bin schon gespannt drauf“. Auch ich kann meine Freude nicht mehr verstecken und bin ständig nur noch am grinsen. Meine Freundinnen sind das zum Glück nicht anders von mir gewöhnt, ich bin immer nur am lachen. Das ist normal bei mir. Es wäre auch schlecht, wenn die noch Verdacht schöpfen würden!

In 2 Tagen sind Ferien. Dann kommt der Van und bringt mich nach Hamburg. Von dort aus fliegen wir los.

Endlich bin ich am Hamburger Flughafen angekommen. Die Jungs freuen sich schon total auf mich, hat Bill mir verraten. Dann treffe ich sie endlich alle am Terminal. Sie warten schon länger, aber ich stand halt im Stau. Ist auch ein mega Verkehr jetzt zum Anfang der Ferien.

Ich freue mich wirklich alle wieder zu sehen, und ich glaube sie sich auch ein bisschen. Nach ca. einer halben Stunde können wir endlich ins Flugzeug rein. Der Flug verläuft relativ ruhig, bis Georg Tom ausversehen Orangensaft über die Hose schüttet. Alle sind total am lachen! Wir können uns kaum noch halten. Es sieht so aus, als wäre Tom nicht mehr rechtzeitig zur Toilette gekommen. Tom findet die ganze Sache nicht so lustig, kann sich aber dennoch ein Grinsen nicht verkneifen. „Du bist so bekloppt man“ sagt er nur zu Georg und verschwindet jetzt auf die Toilette. „Na, wärste da mal eher hingegangen!“ sag ich nur und schon prusten alle wieder los.

Während Georg Musik hört, unterhalten Bill und ich uns über Guatemala. Wir überlegen uns, wie es dort wohl aussieht und wie groß der Pool ist. Gustav ist eingeschlafen. Tom sitzt neben ihm und lacht ihn aus, weil Gustav total laut schnarcht. Selbst die Leute in der Reihe neben uns gucken schon rüber. Bill weckt Gustav auf, worüber sich Gustav tierisch aufregt. „Man könntest du mich vielleicht mal in Ruhe schlafen lassen, ich hatte nicht so ne lange Nacht wie du!“ faucht er. „Ähh tschuldigung Juschtl, aber alle machen sich schon über dein Geschnarche lustig! Ich wollte nicht, dass du dich noch mehr unbewusst blamierst“ sagt Bill und grinst breit. „Ja danke auch“ sagt Gustav und holt seinen ipod raus um Musik zu hören.

Dann landen wir. Die Koffer werden schnell ins Hotel transportiert, man sind das viele! Als wir im Hotel ankommen, bin ich total überwältigt! In so einem Hotel hab ich noch nie eingecheckt. Es ist groß, luxuriös und für reiche Leute gemacht, das sieht man.

Ganz oben kriegen wir 6 Suiten von Zimmer 483 bis 488, für jeden eins. Ich habe gleich das erste Zimmer und schaue mich kurz um. Wow! Das nennt man geil! Es sieht echt wunderschön aus und hat eine Terrasse, einen Fernseher und ein riesen Bett! Ich bin überwältigt! Vom Flur aus höre ich Gustav wie er schreit: „Kyra, kommst du mit uns mit? Wir wollen uns hier im Hotel ein bisschen umschauen“. Ich laufe schnell zum Flur und sage „Jepp, bin schon da“ und los geht’s. Der Pool ist wirklich riesig, drumherum sind Fackeln. „Das muss echt schön in der Nacht aussehen“ sage ich. Die Lounge gefällt uns auch ziemlich gut. Die Bar ist echt schön und auch eine Chill-Out-Area gibt es hier. Man, das ist der Wahnsinn! ‚Das werden geniale Ferien’, denke ich mir.

Nachdem wir alles inspiziert haben, gehen wir wieder hoch und packen so gut wie alle Koffer aus. Da ich schneller bin als die anderen, helfe ich Georg noch ein bisschen.

Draußen ist total schönes Wetter, die Sonne scheint immerhin schon den ganzen Nachmittag, seitdem wir da sind.

Teil 5:

Dann gibt es Essen. Ein riesiges Büffet steht inmitten eines Raumes, der mir so groß wie eine Turnhalle vorkommt! „Bei dem vielen Essen werde ich 5 kg zunehmen“ sage ich überrascht. Wir begeben uns zum Büffet und packen uns ordentlich die Teller voll. Alle stehen wir in einer Schlange und warten geduldig, bis wir an die Reihe kommen. Nur Tom hat sich vorgedrängelt und geht schon zum Tisch. Als er nach Bill ruft, weil er unbedingt noch eine Cola haben möchte, dreht Bill sich um und klatscht mir dabei versehentlich seinen Löffel mit Milchreis über mein Shirt. Oh man war das peinlich! Bill entschuldigt sich sofort und ich fange einfach nur an zu lachen. Es ist zwar richtig richtig ekelig, so heißes Zeugs auf meinem Bauch zu fühlen, aber die ganze Aktion von Bill war so dämlich, dass ich nur noch lachen kann. Auch Bill fängt an zu lachen, als er merkt, dass ich es nicht so eng sehe. Wir laufen erst mal raus, damit wir nicht noch mehr Aufmerksamkeit auf uns ziehen und nicht die anderen Gäste belästigen. Die Bandmitglieder wissen, dass wir rausgegangen sind, schließlich waren sie auch am grinsen, als Bill das Missgeschick passiert war. Besonders Tom hat sich drüber lustig gemacht, aber die haben sich alle schnell wieder eingekriegt.

Draußen lachen Bill und ich erst mal und versuchen uns langsam wieder zu beruhigen. Wir bemerken erst jetzt, was für ein wunderschöner Park dieses Hotel umgibt.

Wir gehen zusammen durch den Park. Eigentlich sind wir beide nicht so die Naturfreaks, aber irgendwie haben wir einfach mal Lust den Park zu erkunden. Bill entdeckt eine Bank. Er ist total happy und setzt sich erst mal hin. Er schaut mich mit seinen niedlichen Augen an und macht den ‚komm zu mir her’ - Blick. Ich setze mich neben ihn. Er sagt: „Du, tschuldigung noch mal, wegen dem Missgeschick vorhin, ich konnte ja nichts dafür!“ Ich sage: „Das ist schon okay, Hauptsache wir haben was zu lachen“. „Stimmt“, sagt er. Schweigen. Nach einer Weile sagt er dann behutsam: „Du kannst dich auch ruhig hinlegen, wenn du möchtest. Du brauchst keine Angst zu haben.“ Ich lege meinen Kopf auf seinen Schoß und mache es mir auf der Bank bequem, sofern es möglich ist. Er streicht mir zärtlich über meine Haare. Es wird immer dunkler. Zusammen beobachten wir die Sterne. Hier sind es deutlich mehr als in Deutschland. Sterne haben mir schon immer gut gefallen. Hier kann man sie umso besser sehen! Auch Bill ist fasziniert. Er zeigt mir den Stern des Orion und den großen Wagen. Es sind wirklich unendlich viele Sterne da. Unglaublich! Wir denken nach. Bill sagt, dass wir es nur meinen Eltern zu verdanken haben, dass wir uns kennen. Damit hat er Recht. ‚Er ist so niedlich’ denke ich mir.

Nach einer knappen Stunde gehen wir wieder rein und treffen zufällig auf dem Flur die anderen Jungs. Sie haben nach dem Essen noch in der Lounge Fernsehen geguckt. Georg zieht Bill und mich auf: „Na ihr zwei Süßen, wo kommt ihr denn her?“ Ich grinse und Bill sagt nur „Ha Ha!“

Auch der Rest der Band grinst. Gemeinsam gehen wir zu unseren Zimmern und schlafen. Alle sind tierisch müde von der Reise.

Ich muss an Bill denken. Er ist wirklich total süß und noch lieber, als ich ihn mir damals vorgestellt hatte. Er ist wunderhübsch und verhält sich trotz des Erfolgs so natürlich. Er macht das, was andere auch machen und hat dabei Spaß. Ich finde ihn echt super! Ich bewundere, wie er das alles packt. Ich glaube auch er denkt viel an mich und macht sich über alles ziemliche Gedanken. Aber er hat im Moment denke ich viel Spaß und die verdiente Ablenkung.

Am nächsten Morgen weckt mich der Manager. Er bringt mir freundlicherweise Frühstück ins Zimmer. Schade, dass es nicht Bill ist. Der Manager erklärt, dass die Jungs schon im Van sitzen und er jetzt schnell zu Ihnen muss. „Sie bleiben bis morgen in einem anderen Ort, weil sie dort diverse Interviews geben müssen“ sagt er noch hastig und verabschiedet sich schnell von mir. Ich mache mich erst mal über das Frühstück her, bin aber dennoch etwas enttäuscht von den Jungs. Schließlich haben sie mir überhaupt nichts davon erzählt. Na das kann ja langweilig werden ohne die vier. Nach dem Frühstück lege ich mich wieder hin und lese ein Buch. Was soll man hier schon groß alleine machen? Ich kann Bill schon verstehen, dass er noch wen mithaben wollte, denn immer mit den gleichen Leuten wegzufahren kann auf Dauer bestimmt langweilig werden. Aber ich nehme es ihm natürlich nicht übel, ich bin ja froh, dass ich überhaupt hier bin. Trotzdem ist mir jetzt langweilig. Ich beschließe ein bisschen durch die Stadt zu bummeln, vielleicht finde ich ja ein paar schöne Sachen.

Heute ist Markt und es gibt alles, was das Herz begehrt. Von Anziehsachen, über Obst, bis hin zu Gewürzen ist alles vorhanden. So manche Frucht habe ich noch nie gesehen. Die müssen wohl hier herkommen, es wird schließlich nicht alles nach Deutschland exportiert. Nach den vielen Obst- und Gemüseständen entdecke ich den ersten kleinen Shop mit T-Shirts und allen möglichen Klamotten. Wow, die sehen echt geil aus! Die Sachen haben die verschiedensten Prints, einmal ist es ein Panther, dann ein Pirat. Komisch der Pirat sieht aus wie eine Frau. Ich muss kurz grinsen, entscheide mich dann aber dafür, ein paar Sachen zu kaufen. Sie sind gar nicht mal so teuer. Dann entdecke ich noch ein süßes Top mit einer Art Diamant drauf. Man, die Klamotten sehen echt genial aus. Total außergewöhnlich und farbenfroh. Nach meinem ersten Einkauf gehe ich weiter und entdecke zwischen Seidentüchern wunderschön glitzernden Schmuck. Jetzt in der Sonne funkelt alles besonders toll. Mir fällt sofort eine etwas längere Kette auf. Sie hat 2 Kreuze und links eine runde Plakette. Man könne etwas eingravieren lassen, erklärt mir der Verkäufer auf Bruchenglisch. Es dauert ewig, bis ich ihn endlich verstehe, weil er ständig spanische Wörter mit in seine Sätze baut, die ich natürlich nicht kenne. Die Kette gefällt mir wirklich gut. Ich denke, dass Bill sie auch schön finden wird. Ich kaufe sie ihm, aber er bekommt sie erst in einem besonderen Moment, beschließe ich.