.: blue sky :.

***Totgliebt***

Teil 1:

 Einsam tropfte eine Träne auf den nassen Boden. Es war kalt und ganz leise fielen die ersten Schneeflocken. Doch ich merkte nichts von alledem… zu groß war die Trauer, die mich innerlich zerfraß. Ich wollte es nicht glauben, konnte es nicht verstehen und gleichzeitig war mir klar, dass es nicht alleine meine Schuld war. Aber warum ausgerechnet du? Nach einer Ewigkeit machte ich mich zögernd auf den Weg, eigentlich wäre ich viel lieber bei dir geblieben, doch mittlerweile hatte es angefangen richtig zu stürmen. Langsam lief ich durch die Straßen, alles sah grau und trist aus, genauso wie ich mich fühlte. Zu hause verkroch ich mich sofort in meinem bett und starrte ununterbrochen auf ein –mittlerweile ziemlich zerknittertes- Bild von uns beiden. Es war ein schöner Sommertag, wir beide sitzen im Park auf einer kleinen Decke und genießen die Sonne. Damals hätte ich nie geglaubt, dass unser perfektes Glück jemals zerstört werden könnte.

*Flashback*

 „Jule! Juuule!! Telefooon!!!“ Das war meine Mutter. Ich rannte die Treppe runter und nahm ihr den Hörer aus der Hand.„Hallo? Wer ist da?“ Doch danach wünschte ich mir, dass ich nie das Telefon in die Hand genommen hätte! Langsam ließ ich es wieder sinken, ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Nur ein paar einzelne Wörter hallten immer wieder in meinem Kopf. ……Schüsse……Bill……Krankenwagen……alles zu spät…… Und plötzlich wurde alles schwarz. Als ich meine Augen wieder öffnete, sah ich nur weiß. „Wo bin ich? Was ist passiert?“ „Meine Süße, ich bin ja so froh, dass du wieder wach bist!! Wie geht’s es dir?“ – mein Vater.„Papa? Wo bin ich?“ “Ganz ruhig meine Kleine, du bist plötzlich zusammengeklappt als du telefoniert hast. Mama meinte du wärst erst kreidebleich geworden und dann einfach umgefallen. Sie hat sofort den Krankenwagen gerufen.“ Plötzlich fiel mir alles wieder ein… Das Telefonat!!! BILLL!!!! Sofort stiegen mir Tränen in die Augen und ich schluchzte. Wieso eigentlich ausgerechnet Bill… mein Bill?!?

*Flashback - Ende*

Teil 2:

Heute musste ich nach drei Wochen wieder in die Schule, irgendwie hatte ich richtig Schiss davor, vor allem meiner besten Freundin gegenüberzutreten machte mir Angst. Seit dem Telefonat hatte ich nicht mehr mit ihr geredet. Sie hat mich ständig angerufen und SMS geschrieben, aber ich hatte nicht die Kraft ihr zu antworten. Außerdem wollte ich einfach alleine sein, um alles verstehen zu können, und das ging meiner Meinung nach am besten ohne jemanden wie Caro, die die ganze Zeit redet. Als ich Punkt acht in die Klasse kam, verstummten sofort alle Gespräche und alles starrte mich an, ich fühle mich wie ein Alien, das gerade vom Mars auf der Erde gelandet war und jetzt durch die Stadt lief. Der Weg zu meinem Platz kam mir vor wie eine halbe Weltreise. Doch auch als ich endlich angekommen war, hafteten noch alle Blicke auf mir. Wussten sie denn mittlerweile echt alle, was passiert war? Aber mit Caro als beste Freundin konnte man ja auch nichts anderes erwarten. Sie liebte es zu erzählen und zu tratschen. Zum Glück dongte es und unser Lehrer zog die Aufmerksamkeit auf sich, wenigstens der schien noch nichts zu wissen, denn er kam auf mich z und fragte freundlich ob ich nach meiner schweren Grippe endlich wieder gesund sei und ob Caro mir immer schön die Augaben gebracht hätte. Manchmal konnte Caro eben doch ihre Klappe halten! Bis zur zweiten Pause ging eigentlich alles gut, ich hatte geraden den Klassenraum verlassen und wollte schnell aufs Klo, als ich plötzlich jemanden meinen Namen rufen hörte. Tom!! Auch wenn er und Bill sich nicht besonders ähnlich sahen, erinnerte er mich verdammt schmerzhaft an Bill... an meinen süßen Bill! Tom kam langsam auf mich zu, er sah schrecklich aus: rote Augen, dunkle Augenringe und seine sonst so lustig wippenden Dreadlocks fielen straff um sein Gesicht. Er litt wirklich krass unter dem Verlust von Bill. Ich meine er war sein Zwillingsbruder, das musste echt hart für ihn sein! “Her Jule!" kam es ganz leise von ihm. "Hey" danach schwiegen wir uns gegenseitig an, aber auch ohne Worte wussten wir, was der andere dacht.

Teil 3:

 *Flashback*

 Am nächsten Tag durfte ich wieder nach Hause. Als ich mein Zimmer betrat, fand ich auf meinem Bett einen weißen Umschlag auf den ganz klein mein Name geschrieben war. Erst wollte ich ihn sofort öffnen, doch irgendetwas hielt mich davon ab, also legte ich ihn in eine kleine Schublade meines Schreibtisches und verkroch mich mal wieder in meinem Bett. Ich träumte von Bill...wir waren gemeinsam in Griechenland, genau wie letzten Sommer. Es war absolut geniales Wetter und wir machten romantische Spaziergänge am Strand, waren Eisessen, es war einfach alles perfekt. Doch plötzlich war Bill weg... einfach verschwunden ... ich lief los und suchte ihn, doch vergeblich, bis ich plötzlich einen Schrei hörte, einen gellenden Schrei. Ich wusste genau, dass er von Bill war also rannte ich los... doch er war nirgends zu finden. Der Schrei hallte immer noch in meinem Kopf als ich schweißgebadet aufwachte. Langsam lief mir eine Träne übers Gesicht, ganz leise folgte eine zweite und eine dritte... Doch das war mich jetzt egal... ich wollte zu Bill!! Ich wollte ihn in den Arm nehmen, wollte ihn küssen, wollte einfach seine Nähe spüren. Aber ich wusste genau, dass ich das alles nie wieder machen würde... nie wieder … Bill war weg, und er würde nicht wieder kommen.

 *Flashback ende*

Ich hatte nicht mehr die Kraft zurück in die Klasse zu gehen, also beschlossen Tom und ich Bill zu besuchen. Draußen war es immer noch verdammt kalt und so kuschelte ich mich etwas an Tom, damit ich nicht so fror. Seit Bill nicht mehr da war, war mein Verhältnis zu Tom enger geworden. Wir beide wussten wie es dem andern ging, keiner stellte unnötige und meist nervende Fragen, wir gaben uns einfach gegenseitig Kraft, Kraft um alles zu verarbeiten und zu akzeptieren. Teil 4: Als wir am Friedhof ankamen, kniete ich mich vor Bills Grab. Ein paar grüne Zweige lagen darauf und ein großer Kranz aus roten Rosen mit einer Schleife mit der Aufschrift "In ewiger Liebe deine Jule", der war von mir! Aber der Kranz war das einzig Bunte auf seinem Grab und deswegen sah es verdammt trist aus, kahl und grau und irgendwie tot. Es gefiel mir überhaupt nicht und ich glaube, Bill hätte sich auch ein buntes lustiges Grab gewünscht, eins das nicht nach Tod sondern nach Leben aussah. Ich nahm mir vor Anfang Frühling ganz viele bunte Blumen zu pflanzen, um diese Jahreszeit war das aufgrund des gefrorenen Bodens ja leider nicht möglich. Plötzlich riss Tom mich aus meinen Gedanken, " Das Grab ist viel zu grau, das hätte Bill bestimmt nicht gefallen!" Wow, wenn es um Bill ging hatten wir echt immer die gleichen Gedanken. "Ja, ich hatte mir gerade überlegt, dass wir im Frühling ein paar Blumen pflanzen könnten, am besten viele Sonnenblumen, Bills Lieblingsblumen!!" Auf seinen Grabstein, ein großer grauer Marmorstein, war auch eine Sonnenblume zu sehen, jedoch hatte diese einen abgeknickten Kopf. Daneben war ein Spruch, den Tom und ich uns ausgedacht hatten: Die Welt wird ihn schnell vergessen, doch in unseren Herzen wird er ewig leben, darunter stand noch

Bill Kaulitz                    *01.09.1989                                                                  +28.11.2006

Als wir beide total durchgefroren warn, machten wir uns schweigend auf den Rückweg. Jeder hing seinen eigenen Gedanken und Erinnerungen nach. Ich fragte mich schon bestimmt zum tausendsten Mal warum eigentlich ausgerechnet Bill?!? Wieso?? Welcher Idiot hatte mir das alles angetan? Nur weil ich einen Star liebte musste mich doch nicht derart bestrafen, außerdem war es schon Strafe genug , dass Bill nirgends von mir erzählen durfte, geschweige denn , dass wir uns zusammen hätten sehen lassen können. Aber dafür war unsere Zeit, die wir gemeinsam verbrachten umso schöner! Und ich hatte mich mit der Zeit auch daran gewöhnt "nur" die Cousine von Bill und Tom zu sein.

*Flashback*

 Die gesamte nächste Woche verbrachte ich im Bett, ich aß nichts, unternahm nichts.. ich lag einfach nur da und starrte entweder meine weiße Decke oder Bilder von Bill an. Als ich eines Morgens aufwachte, fiel mir der Brief wieder ein. Ich hatte ihn immer noch nicht gelesen, ich wusste nicht einmal von wem er überhaupt war. Also tapste ich auf wackeligen Beinen zu meinem Schreibtisch und zog den Brief aus der Schublade. Die Schrift auf dem Umschlag kannte ich nicht, daran konnte ich also nicht erkenne, von wem der Brief war. Vorsichtig öffnete ich ihn und zog zwei rosa Blätter heraus. Obendrauf stand in großen Buchstaben Es tut mir wahnsinnig Leid!!! Was hatte das denn zu bedeuten? Der Brief war mit Füller geschrieben, anscheinend hatte der- oder diejenige geweint, denn an manchen Stellen war die Schrift schon etwas verschmiert. Also begann ich ganz langsam zu lesen

Teil 5:

Liebe Jule! Als erstes möchte ich dir sagen, dass mir alles wahnsinnig Leid tut, ich wollte das alles gar nicht!!! Du musst wissen, dass ich Bill über alles liebe, er ist für mich wie ein Gott, der der mich am Leben hält. Als meine Eltern vor einem Jahr starben, war ich total am Ende, ich wusste nicht mehr wie es weitergehen soll, ich hatte keinen, keine Verwandten und Freunde, niemanden. Doch plötzlich lief dieses Lied im Radio "Wenn nichts mehr geht". Irgendwie weckte es neuen Mut in mir, ich weiß nicht genau warum, vielleicht wegen der unglaublichen Wärme und Kraft in Bills Stimme, vielleicht auch einfach wegen der Botschaft des Liedes... Dank Bill schaffte ich es auf jeden fall mein Leben wieder etwas zu ordnen, seine Lieder halfen mir dabei. Nachdem ich ihn mehrmals in Magdeburg getroffen hatte, wusste ich einfach, er ist perfekt! Der perfekte Mann!! Ich hatte eine riesige Hoffnung irgendwann mit ihm zusammen sein zu können. Jeden Tag lief ich die gleiche Strecke durch Magdeburg, den Weg, den Bill immer gegangen ist um zu seinem Lieblingsladen und zu seinem Stammcafe zu kommen. Doch auf einmal war etwas anders, Bill war nicht mehr alleine oder mit Freunden...nein!!... ein Mädchen war bei ihm!!!!! Sie liefen händchenhaltend durch die Straßen, und Bill sah dabei so glücklich aus, noch nie hatten seine Augen so ein Strahlen. Doch dieses Strahlen brach mir mein Herz, alle meine Hoffnungen, all die Kraft, dich ich durch ihn bekommen hatte war weg, einfach weg. Ich fühlte wie ich ihn ein tiefes schwarzes Loch fiel und allein schaffte ich es nicht mehr heraus. Der einzige Ausweg, den ich sah war, entweder er oda ich müssen weg. Doch ich war zu feige um mir das Leben zu nehmen, ich habe es bestimmt drei oder vier mal versucht, doch im entscheidenden Augenblick habe ich Panik bekommen, und gekniffen. Also entschied ich mich für Variante zwei. Am 28.11. machte ich mich wie immer auf den Weg durch Magdeburg, ich hoffte inständig, dass Bill auch heute ins "Stern" gehen würde.

Teil 6:

 Unter meine Jacke hatte ich die alte Dienstwaffe meines Vaters versteckt, er war Polizist und mein großes Vorbild gewesen. Ich schlicht Bill hinterher, doch irgendwie muss er etwas bemerkt haben, denn auf einmal drehte er sich um und in diesem Moment dachte ich nur "Jetzt - oder nie!!" , zog die Waffe aus meiner Jacke, zielte auf Bill und --- schoss. Einmal, zweimal, dreimal. Alles ging so schnell, dass er noch nicht einmal hatte schreien können. Er sackte zu Boden, stöhnte noch einmal kurz auf, dann lag er regungslos am Boden. Wie in Trance rannte ich weg. Zum Glück hatte mich keiner gesehen. Tagelang begriff ich überhaupt nicht, was ich da getan hatte. Doch plötzlich wurde mir klar, dass ich nicht mein Leben gerettet, sondern dein, Toms und Simones Leben absolut zerstört hatte. Ich weiß, ich kann das alles nie wieder gutmachen, aber ich möchte mich entschuldigen. Es tut mir wirklich schrecklich Leid, das musst du mir glauben, doch ich habe aus reiner Liebe gehandelt, aus Liebe zu Bill. Noch weiß ich nicht, was ich machen werde, vllt mache ich auch erst einmal eine Therapie oder ähnliches. Ich hoffe jedenfalls, dass es dir hilft zu wissen, was geschehen ist!!! Amelia Jetzt konnte man die Schrift so gut wie gar nicht mehr entziffern. Tausende meiner Tränen waren über das Blatt gelaufen und tropften immer noch auf meinen Schoß.

*Flashback Ende*

Zu hause angekommen, verabschiedete ich mich von Tom. Plötzlich fiel mir ein, dass ich ja morgen Geburtstag hatte. Endlich 16!!! Bill und ich hatten schon vor Ewigkeiten eine richtig fette Party geplant, doch das würde wohl nichts werden. Eine Party war im Moment echt das Letzte was ich gebrauchen konnte! Morgen würde wahrscheinlich einer der schlimmsten Tage meines Lebens werden. Mein 16. Geburtstag ohne Bill!!! So lag ich noch lange in meinem Himmelbett und wurde immer trauriger. „Happy Birthday to you! Happy Birthday liebe Jule Happy Birthday to you!!“ Singend kamen meine Eltern in mein Zimmer. Meine Mutter trug eine große Torte in der Hand, auf der mit Zuckerguss eine fette 16 gemalt war. Mir stiegen mal wieder sofort Tränen in die Augen, einerseits vor Freude, adererseits vor Trauer, dass Bill jetzt nicht bei mir sein konnte. Nachdem wir ausgiebig gefrühstückt hatten, rief Caro an und wir quatschten zum ersten Mal seit langem wieder etwas länger miteinander. Ich hatte gerade aufgelegt, da rief Tom an. „Hey Jule! Happy Birthday! Jetzt biste auch endlich 16! Du komm mal ganz ganz schnell her. Wir haben ne Überraschung für dich.“ Und schon hatte er wieder aufgelegt. Aufgeregt machte ich mich auf den Weg. Was konnte das denn für eine Überraschung sein und wer war überhaupt „wir“?? Simone wartete schon vor der. „Herzlichen Glückwunsch! Ich hab da heute was in Bills Schrank gefunden…“ sie machte eine bedeutende Pause, „eine rote Kiste auf der Für Jules 16. B-day draufsteht. Ich hab sie natürlich nicht geöffnet, weil ich glaube, dass das nur dich etwas angeht.“ Mittlerweile waren wir im Wohnzimmer angekommen und Simone reichte mir die Kiste.

 Teil 7:

Mit der Kiste unterm Arm machte ich mich wieder auf den Weg nach Hause. Doch irgendwie hatte ich jetzt gar keine Lust auf meine Familie. Also lief ich in Richtung Park... Dort setzte ich mich auf die Wiese in die Sonne - So gutes Wetter wie heute hatten wir schon lange nicht mehr -.

Vorsichtig öffnete ich die Kiste.. Es war nicht viel drin, nur ein Fotoalbum auf das mit Herzchen verziert  Für meinen Schatz gedruckt war. Auf der ersten Seite war ein ganz großes Foto von Bill und mir, es war bestimmt schon 2 Jahre alt, aber es sah total süß aus. Darunter hatte er  Herzlichen Glückwunsch zum 16. mein Engel geschrieben. Danach kamen immer mehr Fotos von ihm, von mir oder von uns beiden. Bilder von Partys, von Konzerten oder ausm Urlaub. Einfach alles, was wir zusammen erlebt hatten war in diesem Album festgehalten. Wo hatte er nur diese ganzen Fotos her?? ich kannte sogut wie keins. Zu jedem Bild hatte er ein Kommentar geschreiben - einfach total süß!!! Je mehr bilder ich sah, umso näher war ich Bill. Manchmal hatte ich sogar das Gefühl, dass er mich gerade über die Schulter guckt oder neben mir sitzt. Auf der letzten Seite stand Ich werde dich immer lieben, egal was mit mir passiert!!! Dein Bill , fast als hätter er geahnt was passieren würde. Langsam schloß ich das Album wieder... ich war glücklich. Der ganze Druck, der in den letzten Tagen auf mir gelastet hatte, die ganze unglaubliche Trauer, dass ich nie wieder etwas von Bill sehen würde, ihn nie wieder in meine Arme schließen konnte, war ganz klein geworden.

*Flashback*

Erst verspürte ich einen unheimlichen Hass auf diese Amelia, sie hatte mir das wichtigste in meinem Leben genommen! Einfach so, ohne wirklichen Grun! Aber andererseits war ich ihr dankbar. Die Ungewissheit über den Mörder von Bill, war schwer zu ertragen. Ich wusste nicht obich Tom den Brief zeigen sollte oder nicht. Vielleicht hatte diese Amelia ihm auch einen geschrieben? Trotzdem wollte ich ihn Tom zeigen, er war schließlich sein Zwilling und falls Amelia ihm nicht geschrieben hatte, hatte er das Recht zu erfahren, wer ihm seinen Bruder genommen hatte.

*Ende*

Der gestrigene Tag hatte mich unglaublich glücklich gemacht. Ich hatte das Gefühl wieder zu leben. Außerdem hatte ich noch nie zuvor so etwas Schönes bekommen, un dann auch noch von Bill - von meinem Bill. Jetzt war er wieder da, zwar nicht körperlich, aber ich fühlte ihn. Ich glaubte dass er neben mir sitzt und zuschauen würde ich meine Hausaufgaben mache. A propos Hausaufgaben, in der Schule wurdie ich immer noch schief von der Seite angeguckt, aber keiner stellte mehr dumme Fragen oder wollte mich bemitleiden. Immer hatten alle über meinen Freund gelästert und auf einmal war es ja sooo schade, dass er nicht mehr da war und sie würden ihn ja alle vermissen und so. So viel Mist konte man doch gar nicht zusammenlügen!! Aber das war ja jetzt zum Glück auch vorbei. immer noch ging ich jeden Tag mit Tom zu Bills Grab. Der Rosenkranz verwelkte und langsam konnten wir anfangen zu bepflanzen. Angefangen hatten wir mit Sonnenblumen! Seine Nähe gab mir unheimliche Kraft, ich weiß gar nicht wieso, wir redeten nicht besonders viel, aber allein seine Anwesenheit beruhigte mich. Es kam mir vor als wäre ein Teil von Bill in ihm.

Teil 8:

*Flashback*

Siemone machte mir auf: "Hallo Jule! Dich habe ich ja schon länger nicht mehr hier gesehn? Wie geht es dir?" Sie sah schrecklich aus, ich glaue sie hatte immer noch sehr schwer am Tod von Bill zu knabber, ihre Augen waren klein und rot, ihre Haare hingen in Strähnen von ihrem Kopf und sie trug nur eine Jogginghose mit XXL-T-shirt. "Mir gings schon mal besser, aber es geht. Ist Tom da?" "Ja, er sitzt oben in seinem Zimmer, vielleicht könntet ihr ja mal wieder rausgehen, sobald er nach hause kommt verkriecht er sich in seinem Zimmer und redet kein Wort. Bills Tod macht ihm wirklih schwer zu schaffen.!"

Als ich die Treppe hoch lief, hörte ich Bills Stimme:

meine augen schaun mich müde an und finden keinen trost
ich kann mich nich' mehr mit anseh'n - bin ichlos
alles was hier mal war - kann ich nich' mehr in mir finden
alles weg - wie im wahn
ich seh mich immer mehr verschwinden

ich bin nich' ich wenn du nich' bei mir bist -
bin ich allein
und das was jezt noch von mir übrig ist -
will ich nich' sein
draußen hängt der himmel schief
und an der wand dein abschiedsbrief
ich bin nich' ich wenn du nich' bei mir bist -
bin ich allein

ich weiß nich' mehr, wer ich bin -
und was noch wichtig ist
das ist alles irgendwo, wo du bist
ohne dich durch die nacht -
ich kann nichts mehr in mir finden
was hast du mit mir gemacht -
ich seh mich immer mehr verschwinden

ich bin nich' ich wenn du nich' bei mir bist -
bin ich allein
und das was jetzt noch von mir übrig ist -
will ich nich' sein
draußen hängt der himmel schief
und an der wand dein abschiedsbrief
ich bin nich' ich wenn du nich' bei mir bist -
will ich nich' mehr sein

Das Lied passte perfekt in meine und auch in Toms Situation, irgendwie komisch, dass Bill das lied geschrieben hatte. Tom saß mit dem Rücken zu mir und starrte an seine Wand. Überall im Zimmer hingen Poster und Fotos von seinem Bruder. Langsam ging ich auf Tom zu und setzte mich neben ihn. Er weinte...ganz leise. "Hey!" ich hatte geflüster, doch Tom zuckte erschrocken zusammen. "oh... Hi Jule!"

ich lös mich langsam auf - halt mich nich' mehr aus
ich krieg dich einfach nich' mehr aus mir raus
egal wo du bist - komm und rette mich
ich bin nich' ich wenn du nicht . . .

Teil 9:

Der Song war zu Ende... langsam drehte Tom sich zu mir um und sah mir in die Augen. Seine wunderschönen braunen Augen - genau die gleichen wie Bills- leuchteten normalerweise richtig, doch jetzt warien sie dumpf und sahen traurig aus.

"Jule?Ich muss dir noch was sagen!" Er hatte einen komischen Unterton, als ob er irgendetwas Schlimmes getan hätte. "Ich weiß wer Bill erschossen hat... es tut mir so leid, dass ich es dir nicht gesagt habe! ICh konnte einfach nicht.... aber ich glaube es könnte dir helfen über Bills Tod hinwegzukommen. Vor einer Woche..." Ich ließ ihn nicht ausreden.. " vor einer Woche hat eine Amelia dir einen Brief geschrieben und dir gesagt, dass sie..., dass sie Bill.. du weißt schon!" Jetzt sah Tom etwas verdutzt aus. "Nein, das nicht , aber idese Amelia... sie war ne gute Freundin von mir! ICh wusste dass sie was von Bill wollte, ich hätte es doch verhindern können!!! Sie wollte immer zu mir kommen , um ihn zu sehen, doch ich hab immer gesagt, dass das nicht geht, ich habe ihr aber nie von die erzählt. Und als sie euch dann zusammen geseehn hat, ist für sie eine Welt zusammen gebrochen. Sie hat echt gehofft, dass aus ihr und Bill mal was werden könnte... ICH hätte ihr von dir erzählen müssen!! Dann wäre das alles nicht passiert!"

Tom konnte gar nicht mehr richtig reden, immer wieder wurde er von leisem Schluchzen unterbrochen und leise liefen ihm 100erte von Tränen übers GEsicht. Vorsichtig nahm ich ihn in den Arm. "Hey Tom, du kannst nichts dafür! Du kannst dich nicht für Dinge verantwortlich machen, die andere getan haben!!" "Es tut mir so Leid, Jule!" " Jetzt beruhig dich mal wieder, alles halb so wild!" Irgendwie war mir das totoal egal, ich wusste wenn Tom ihr etwas gesagt hätte, wäre alles vielleicht nicht passiert , aber trotzdem war ich kein bisschen sauer. Schließlich hätte Amelia dann auch schono viel früher ausrasten können... und so hatten wir wenigsten noch ein bisschen mehr ovn unserer Zeit.

*FlashbackEnde*

Heute wollten Tom und ich shoppen gehen. Als ich bei ihm ankam, stand er schon fertig vor der Tür. Zur Begrüßung knuddelte er mich erstmal richtig durch.

"Hallo Süße! Wie gehts wie steht's?" "Super und bei dir? Wollen wir los oder wartest du noch auf jemanden?" "Mir auch! nene können los... ich brauch echt dringend neue Sachen, ich glaub vor 8 sind wir heut nicht wieder zu hause!" "Na dann nichts wie los" Und schon spurteten wir in die Stadt.

Der Tag wurde total lustig... wir machten einen Laden nach dem anderen unsicher. So gut ging es mir seit Wochen nicht mehr....

und nach 4 Studen Power-shopping, machten wir erstmal eine Pause und tranken Latte Machiatto. Hmmm.... Lecker!!

Als wir um halb 9 mit hunderten von TAschen wieder anch Hause kamen, musste ich feststellen, dass ich nicht ein Mal an Bill gedacht hatte. Erst als ich Toms Zimmer betrat, ich wollte heut bei ihm übernachten, bekam ich einen kleinen Stich ins Herz bei dem Anblick der vielen Bilder. Aber ich wurde weder traurig noch wütend oder sonst was... vielmehr verspürte ich sowas wie Glück.. ich war glücklich!!

Mit Stolz dachte ich mir, dass ich Bills Tod überwunden hatte.

Alle Erinnerungen an ihn musste ich nicht mehr verdrängen... ich konnte mich an ihn erinnern und ich war glücklich dabei! Ich war froh über unsere gemeinsame Zeit, auch wenn sie etwas zu kurz gewesen war.

Und als ich zu Tom blickte, sah er nicht mehr traurig aus... er wandte sich zu mir und meinte dann :

"Jule? ich glaube wir haben es geschafft!!"

~*~The End~*~

=)=)