.: blue sky :.

Kapitel 21:

Tina’s Sicht:

Ich wusste es, mein Gefühl war richtig. Was war nur los mit Bill? Wieso war er auf einmal so komisch drauf und hat mich angeschrien? Wär ich nur zu Hause geblieben... Ich wollte nicht, dass schon wieder Schluss war... Lange dachte ich noch darüber nach, bis ich endlich einschlief. Allerdings träumte ich die ganze Nacht etwas ganz komisches, wodurch ich immer wieder aufwachte. In meinem Traum kamen ständig Bill, Tom und Nadja vor, sie zeigten auf mich und lachten dann und immer und immer wieder wachte ich auf.

Als es 8 Uhr war und ich wieder nicht schlafen konnte, ging ich müde und schlechtgelaunt in die Küche, dort saß schon Gustav, er sah überhaupt nicht müde aus und begrüßte mich mit einem freudigen: >Guten Morgen, was machst du denn schon hier?< >Ich konnte nicht mehr schlafen.< >Achso, willst du vielleicht was essen und trinken?< >Ja bitte.< Er machte mir eine Schüssel Müsli und brachte mir einen Kakao. >Danke.< >Kein Problem und jetzt sag doch mal, was los ist. Ich hab das gestern alles nur so ein bisschen mitgekriegt.< Also erzählte ich ihm alles. Aufmerksam hörte er mir zu und munterte mich etwas auf. Als wir mit dem Essen fertig waren, gingen wir ins Wohnzimmer und schauten Fernseh bis 12 Uhr. >Heut läuft ja nur Schrott.< meinte ich gelangweilt. >Joa irgendwie schon, die Jungs schlafen ja auch noch, also wollen wir in die Stadt gehen?< >Kannst du das denn?< >Klar, das wird schon klappen.< Meinte er grinsend. Wir gingen beide in unser Zimmer, machten uns fertig und trafen uns dann wieder unten. >Kann’s los gehen?< >Aber klar doch.< Bill hatte ich mittlerweile fast ganz vergessen, ich wollte mir einfach mal einen schönen Tag mit Gustav machen und Spaß haben.

Gustav’s Sicht:

Ich würde ja zu gerne wissen, was Bill immer mit Tina machte, sie war ein so süßes und nettes Mädchen und Bill verletzte sie immer wieder. So langsam hatte ich darauf auch echt keine Lust mehr, aber als ich sie heute morgen in der Küche sah, tat sie mir aber doch etwas leid und ich wollte sie wieder mit Bill zusammen bringen, also sie waren ja noch nicht getrennt, aber Streit hatten sie ja anscheinend schon. Wir schauten erst mal Fernseh, während ich mir einen Plan ausdachte. In dem Moment, wo ich eine gute Idee hatte, sagte Tina, dass sie keine Lust mehr hätte, also gingen wir in die Stadt und machten uns einen schönen Tag. Während Tina sich gerade einen Crêpe holte, rief ich schnell Bill an und erzählte ihm alles, er war total begeistert und ich hörte schon jetzt die Aufregung in seiner Stimme. Schnell ging ich wieder zurück zum Stand, wo sie schon wartete: >Wo warst du denn?< >Ich hab nur gerad telefoniert.< >Achso ok. Wo gehen wir jetzt hin?< >Mmh... mir egal, wie du willst.< >Okay, also ich bräuchte eh noch einen neuen Rock und ein Oberteil dazu.< >Gut, kein Problem.< Also ganz so anstrengend hatte ich mir das alles ja nicht vorgestellt, nach geschlagenen drei Stunden war ich völlig fertig. >Du Tina, so langsam sind wir aber schon lange hier oder? Wollen wir nicht mal was anderes machen?< >Ja ok, aber diesmal sagst du was.< Ich schaute auf die Uhr und stellte erschrocken fest, dass es schon 18.00 Uhr war. >Ich habe eine Idee, wo wir hingehen, da können wir auch was essen und trinken.< >Das ist doch mal eine gute Idee.< Oh da hatte ich aber nochmal Glück gehabt, hätte ich das jetzt vergessen, hätte Bill mir, glaub ich, den Kopf abgerissen.

>Sind wir hier in einer Karaokebar?!< >Joa die soll ganz gut sein.< >Aber ich will doch gar nicht singen.< >Das brauchst du auch nicht, hier muss man nur singen, wenn man auch will.< >Na ja ok.< Grinsend sah ich, wie sie sich etwas widerwillig an den Tisch setzte. Aber das würde sich ja hoffentlich bald auch noch legen. Ich setzte mich zu ihr, wir bestellten uns was zu trinken und redeten die ganze Zeit.

Bill’s Sicht:

Gustav war so ein Schatz, als er mich anrief und mir von der Idee erzählte, hätte ich am liebsten die ganze Welt umarmt. Schnell rannte ich zu Georg und erzählte ihm alles. Er meinte, er würde gerne mitkommen und ich wurde noch aufgeregter. Sollte ich nun auch noch Tom fragen? Ich war gerade so gut drauf und wollte mir eigentlich nicht die Laune verderben, aber es wäre auch fies, wenn er alleine hier bleiben müsste, da hatte ich eine Idee, ich musste ihm ja nicht unbedingt alles erzählen....

>Tom?< >Was ist denn?< fragte er genervt. Ich wäre am liebsten wieder rausgegangen, aber das musste ich nun durchziehen. >Wie gehen nachher alle nochmal weg, willst du mitkommen?< >Obwohl Tina mitkommt, fragst du mich?< Was sollte der Scheiß? Man jetzt fragte ich ihn schon und dann kam sowas. >Ja trotzdem.< Meinte ich kalt und wollte wieder raus, aber da sagte er plötzlich: >Bill? Stop, warte bitte.< Erstaunt drehte ich mich um >Was ist?< >Danke, ich komme gerne mit und es tut mir leid wegen gestern, ich wollte dir den ersten Tag nicht so vermasseln.< Ich lächelte ihn an und verließ das Zimmer, damit hätte ich ja nie gerechnet, was war nur immer wieder mit ihm los? Na ja mir sollte es recht sein, so lange er so blieb. Plötzlich stieß ich gegen etwas. Ich blickte hoch und schaute in Davids Gesicht. >Ups sorry, hab dich gar nicht gesehen.< >Oh man, wo warst du denn schon wieder mit deinen Gedanken?< >Grins nicht so blöd.< Meinte ich nur und wollte weiter, da fiel mir ein, dass ich ihn ja auch fragen könnte, ob er mitwolle, er stimmte auch zu und ich wurde aufgeregter und aufgeregter. Schnell ging ich ins Bad und stieg unter die Dusche, danach machte ich mir noch die Haare und schminkte mich, doch da fiel mir ein, dass es vielleicht besser sei, wenn ich das lassen würde, damit mich auch ja keiner erkannte und weil ich nicht der Star Bill sein wollte, sondern der ganz normale, der den Tina auch kennengelernt hatte, nicht der, der sie verleugnen musste vor tausenden von Fans, sondern einfach nur der Bill aus Loitsche. Also duschte ich nochmal und föhnte dann meine Haare ganz normal, so dass sie einfach glatt waren. Es war zwar ungewohnt, aber trotzdem gefiel es mir eigentlich ganz gut. Plötzlich merkte ich, dass wir schon viertel nach 6 hatten, ich trommelte die anderen schon mal zusammen, damit sie vorgehen konnten und vor mir da waren... Als ich alleine war, setzte ich mich noch kurz vor den Fernseher und probierte mich etwas zu entspannen, aber irgendwie gelang es mir nicht, ich war doch wirklich aufgeregter als vor einem Konzert....

22. Kapitel:

Tina’s Sicht:

Jetzt holte mich das Singen schon wieder ein. Wie um alles in der Welt kam Gustav bitte darauf in eine Karaokebar zu gehen? Er meinte zwar, ich müsste nicht singen, wenn ich nicht wolle, aber na ja mal schauen... Wir setzten uns erstmal und bestellten uns was zu trinken und eigentlich wurde es auch ganz lustig. Irgendwann begannen wir so ein lustiges Spiel zu spielen mit Bierdeckeln, die man so wegkicken musste. >Haha das eine schaffe ich noch, dann hab ich gewonnen.< >Na das werden wir ja sehen.< Meinte er lachend. Ich kickte den Deckel weg und traf jemanden mitten ins Gesicht. >Oh tut mir leid.< Als ich mir den Mann näher anschaute, merkte ich, dass es David war. >Also immer wenn wir uns treffen, triffst du mich mit irgendetwas, erst mit einem Stein, dann mit einem Bierdeckel.< >Hehe.< >Na ja erstmal hallo, wir haben uns ja noch gar nicht gesehen.< Freundlich streckte er mir die Hand entgegen. Irgendwie wusste ich nicht, was ich von ihm halten sollte, manchmal war er total nett zu mir, dann wiederum total abweisend. Aber was soll’s... Ich begrüßte noch Georg und Tom und dann setzten wir uns alle wieder. Alle waren da, nur Bill nicht, sollte ich fragen, wo er war oder lieber nicht? Eigentlich war ich ja sauer auf ihn, aber trotzdem wollte ich es wissen. >Wo ist denn Bill?< >Ähm der wollte etwas später nachkommen.< Na toll, jetzt traute er sich nicht mal aufzutauchen, das war wieder so typisch, was für ein kleiner Schisser. Meine Laune sank gerad wieder auf den Nullpunkt. Dann fing noch jemand an Das Beste von Silbermond zu singen, da war der Abend für mich völlig gestorben, warum gerade dieser Song? Tausend andere hätten es sein, nur nicht dieser Song, er holte eine Erinnerung hoch, an die ich gerade nicht denken wollte. Die Jungs probierten die ganze Zeit mit mir zu reden, aber ich lies keinen an mich ran, ich wollte einfach nur nachdenken, nicht reden, nicht lachen, nichts.

Endlich war auch das Lied vorbei. Ich wollte gerade aufstehen um aufs Klo zu gehen, da fing auf einmal The only ones von Reamonn an und eine bekannte Stimme sagte: >Es tut mir so leid wegen gestern, ich weiß auch nicht, was mit mir los war, bitte verzeihe mir. Denn ich liebe dich.< Da begann er schon zu singen:

Sweet the hands that
Laid me to the ground

Währenddessen kam er auf mich zu und hielt mir das zweite Mikrofon hin. Sollte ich wirklich singen? Er schaute einfach so lieb an und jetzt war eh Lucie Silvas dran, das heißt, ich müsste singen, also nahm ich das Mikro und sang, es war mir egal, wie scheiße sich es anhörte, ich wollte einfach nur mit ihm singen.

Sweet the voice that
Makes the sweetest sound

Bill lächelte nun über beide Backen und die nächsten Zeilen sangen wir zusammen.

Es wurde einfach wunderschön und ich wünschte mir, dass es nie aufhören würde.

Doch da kamen schon die beiden letzten Zeilen.

And there’s just you and me
We are the only ones

Ich steckte nochmal so viel Gefühl wie möglich rein und als es fertig war, nahm mich Bill in den Arm und küsste mich. Da fing jemand an zu klatschen und plötzlich klatschten alle um uns herum. Während wir uns lachten setzten, riefen ein paar Zugabe, aber das wollte ich ihnen dann doch nicht antun und zum Glück rief dann auch jemand in dem Moment: >Lasst sie doch erstmal ihr Glück genießen, nachdem sie doch anscheinend gestern Streit hatten.< Wieder musste ich lachen unterdrückte dies jedoch in einem leidenschaftlichen Kuss. Gustav und die anderen saßen nur grinsend um uns herum. >Ihr habt es alle gewusst, stimmt’s?< >Ähm na ja.< >Oh man ihr seid mir ja welche.< Ich knuffte Gustav in die Seite und nun musste auch er anfangen zu lachen.

>Übrigens hast du wirklich total gut gesungen Tina, das hätte ich gar nicht gedacht.< Meinte David auf einmal. >Das hat meine Lehrerin auch mal gesagt, aber ich finde das jetzt nicht so.< >Doch das finde ich auch.< sagte Bill plötzlich und schaute mich stolz an. >Ja klar und gleich fragst du noch, ob wir nicht mal ein Duett singen könnten.< >Ja darüber könnte man echt mal nachdenken oder David?< >Joa also ich hätte kein Problem damit.< Warum verstanden die Leute nie, wenn ich etwas ironisch meinte, Lotte nicht, David nicht und nicht mal Bill. Schnell wechselte ich das Thema, damit die beiden nicht gleich auch noch einen Termin ausmachten.

Um 23.00 Uhr sagte David plötzlich: >Ach du meine Güte wir müssen los, ihr müsst morgen früh raus.< Ein Stöhnen ging durch die Runde und sie probierten noch ein paar Minuten rauszuschlagen, aber David blieb hart. >Nein tut mir leid, aber ihr müsst ins Bett.< >Müssen die vier kleinen Jungs von Tokio Hotel schon um 11 in ihren Bettchen liegen?< fragte ich und konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. >Haha wie lustig, wir müssen morgen ja auch früh raus.< Meinte Bill beleidigt und auch die anderen schauten nicht sehr glücklich, doch David und ich mussten nur noch lachen. Der Anblick der vier war echt zum Schießen. Auf dem Weg nach Hause war Bill dann aber zum Glück wieder gut drauf und erzählte mir, wo wir die nächsten Tage überall hinfahren würden....

Kapitel 23:

Tina’s Sicht:

Heute sollten wir nach Berlin fahren zu einem Konzert, ich war total aufgeregt, weil es das erste Mal war, dass ich in Berlin war und weil ich mich so freute, dass ich mit ihnen auf Tour gehen durfte. >Wie lange fahren wir noch? Ich muss mal pinkeln.<  >Hättest du nicht eben schon gehen können?<  >War ich doch.<  >Wir sind gerad mal ne halbe Stunde unterwegs. Wir halten in einer Stunde frühstens.< Beleidigt schaute Tom aus dem Fenster. Als wieder eine halbe Stunde vorbei war, fing auch Georg an zu meckern: >Ich hab Hunger und Durst.<  >Wir haben doch im Studio gegessen.<  >Trotzdem.<  >Noch eine halbe Stunde, ja?<  >So lange kann ich es nicht mehr aushalten.< fing jetzt schon wieder Tom an. >Sag mal, wie alt bist du eigentlich?<  >Also ich will mich ja jetzt nicht einmischen, aber Tom sieht wirklich nicht so gut aus, also wenn du nicht willst, dass gleich ein Unglück passiert, würde ich jetzt halten.< Meinte Gustav plötzlich. Tom nickte nur gequält. >Na gut okay, wir fahren beim nächsten Rastplatz raus.< sagte David sichtlich genervt. >Oh man jetzt weiß ich auch, warum ihr so früh losfahren wolltet.< meinte ich zu ihm. >Ja sei froh, dass du nicht immer mit den Jungs unterwegs bist, das geht hier nämlich immer so.<  >Ich bin gar nicht so schlimm, das sind nur die anderen.< Verteidigte sich Bill. >Ach ja und was war das letztens? Wer musste denn nach 10 Minuten aufs Klo, hatte nach einer halben Stunde Durst und nach einer dreiviertel Stunde Hunger? Und wer hat als rumgemotzt, dass wir endlich halten sollen?<  >Das war was anderes.<  >Ah ok.< Ich grinste und gab Bill ein Kuss auf die Wange, da lächelte auch er wieder.

Als wir nach viel Gemecker und ein bisschen Streit endlich in Berlin ankamen, stiegen alle schnell aus dem Auto und gingen zum Hotel. >Äh was ist denn mit unserem Gepäck Bill?< >Das wird gebracht.<  >Oh was für ein Luxus.<  >Joa ist schon ganz praktisch.< An der Rezeption sagte uns die Frau, welche Zimmer wir kriegen sollten. >Also wenn ich das hier richtig sehe, dann haben Sie 2 Einzelzimmer und 2 Doppelzimmer. Hier sind Ihre Schlüssel.< David nahm sie entgegen und als wir in der dritten Etage ankamen, sagte er: >Also eure Zimmer sind hier, meins ist in der 4. Etage, ich geh dann mal, wenn was ist, wisst ihr ja wo ich bin. Hier sind die Schlüssel Bill, geb sie bitte allen.< Bill gab Georg und Gustav einen Schlüssel für das eine Doppelzimmer und Tom den Schlüssel für das Einzelzimmer. >Aber ich dachte...< doch Bill hörte ihn nicht mehr, er war schon weg. Tom schaute mich noch böse an, bevor ich Bill in unser Zimmer folgte. >Du ich glaube, Tom wollte dir gerade noch was sagen.<  >Ja? Na ja wird wohl nicht so wichtig gewesen sein, sonst wär er mir hinterher gegangen.< Wir räumten unser Zeug aus, redeten noch eine Weile und gingen dann zum Essen. Dort saßen schon Tom und David. Neben Tom war noch ein Platz frei, neben David noch 2. Als wir ankamen, rückte er extra ein Stück weiter für Bill, doch dieser meinte entschuldigend: >Sorry Tom ich setz mich morgen neben dich ok?< Tom wirkte etwas geknickt und wannte sich schnell wieder seinem Essen zu. Nach dem Essen sagte David: >So wir müssen jetzt schon mal in die Halle, wäre das okay?<  >Joa meinetwegen, aber nicht so lange ja?<  >Kann ich hierbleiben?< fragte Tom. >Wieso denn?<  >Ich weiß nicht, irgendwie geht’s mir nicht so gut. Ich will mich für heute Abend nochmal ausruhen.<  >Ja du siehst wirklich etwas blass aus. Okay, können wir dich denn alleine lassen?<  >Ähm ich kann hierbleiben, ich hab eh nicht so sonderlich Lust mitzugehen.< >Aber Tina...< fing Bill an, doch David sagte schnell: >Gut. Super, also dann machen wir uns jetzt auf den Weg und du Tom legst dich ins Bett und wenn was ist, kannst du Tina rufen.< Er nickte nur und verschwand dann. Ich verabschiedete mich noch und ging dann auch hoch. Dort legte ich mich erst mal ins Bett und probierte zu schlafen. Aber ich musste über so vieles nachdenken, dass ich es nicht schaffte einzuschlafen. Fast immer waren meine Gedanken bei Tom. Irgendwie war er total komisch drauf, allerdings ein bisschen konnte ich ihn ja verstehen, Bill war schon sehr krass zu ihm. Als ich eine halbe Stunde wach lag, beschloss ich mal zu ihm zu gehen. Vorsichtig klopfte ich an der Tür und als mir keiner aufmachte, ging ich so rein. Alles war total aufgeräumt, nur auf einem Tisch lag ein kleiner Zettel, worauf ich Bills Handschrift erkennen konnte. Es waren nur ein paar Wörter, aber es war wunderschön:

Für Tom

ich glaub an dich,
du wirst für ich immer heilig sein.

Ich sterb’ für unsere Unsterblichkeit,
meine Hand von Anfang an über dir…

Dann drehte ich mich zum Fenster, wo ich Tom auf dem Balkon sah. Er saß zusammengekauert auf einem Stuhl und hatte eine Zigarette in der Hand. Langsam ging ich auf ihn zu und legte ihm meine Hand auf die Schulter: >Hey.< Erschrocken drehte er sich um und als er mich sah, wurde sein Blick sofort kalt und er drehte sich wieder weg. >Ich wollte mal nach dir schauen.< >Ja das hast du ja jetzt gemacht.> Doch davon lies ich mich nicht beirren. >Was war das für ein Text auf deinem Tisch?< Mit leiser zitternder Stimme fragte er: >Du hast ihn gelesen?<  >Ja.<  >Er ist von Bill.<  >Ich weiß, ich habe seine Handschrift erkannt. Warum hat er dir das geschrieben?<  >Das war vor Bills Veränderung.<  >Seiner Veränderung? Welche Veränderung denn?<  >Na die er wegen dir gemacht hat. Ohne dich wäre alles wie früher. Alles wäre gut. Aber du hast alles kaputt gemacht!!<  >Aber ich kann doch auch nichts dafür.<  >Doch denn ohne dich, wäre das alles nicht passiert.< schrie er nun schon fast. >Und jetzt geh endlich. Dein toller Bill ist bestimmt schon zurück und sucht dich. Da will ich euch nicht stören.< Das musste ich mir ja nun auch nicht gefallen lassen. Schnell verließ ich sein Zimmer, weil ich aber auch keine Lust hatte wieder zurück in meins zu gehen, fuhr ich mit dem Aufzug nach unten und ging etwas in Berlin spazieren. Ich entdeckte ganz in der Nähe vom Hotel ein Wald. Dort lehnte ich mich an einen Baum und probierte mich an den Text zu erinnern, als er mir wieder einfiel, tippte ich ihn schnell in mein Handy ein, damit ich ihn nicht wieder vergessen würde. Danach schlief ich sofort ein und wurde erst wieder durch das Klingeln meines Handys wach. >Hallo?<  >Ich bin‘s.Wo bist du denn? Ich such dich schon überall und du bist auch nicht an dein Handy rangegangen, was glaubst du was ich mir für Sorgen gemacht habe!!!<  >Oh tut mir leid, ich bin eingeschlafen und hab es nicht gehört. Ich komme gleich.<  >Okay bis dann.<  >Ciao.< Schnell legte ich auf und rannte zurück, völlig außer Atem kam ich nach 10 Minuten an der Eingangstür an, wo Bill schon wartete. >Da bist du ja.< Freudig gab er mir einen Kuss und wir gingen wieder hoch. Die ganze Zeit überlegte ich, ob ich ihm von meinem Gespräch mit Tom erzählen sollte. Entschied mich dann aber für nein, weil er immer abblockte, sobald ich davon anfing. Das machte mir schon ein bisschen Sorgen, womit ich auch, wie ich später erfahren sollte, ziemlich richtig lag...

Kapitel 24:

Tina’s Sicht:

Ich war ja so froh, als David endlich kam und sagte, dass wir los müssten zum Soundcheck. Ich hatte keine Lust mit jemanden zu reden, weil ich selber überhaupt nicht wusste, was ich von der Situation halten sollte. Da war ein Konzert doch genau das richtige um einfach mal abzuschalten. Als wir an der Halle ankamen sagte David plötzlich ziemlich aufgeregt: >Tina geh sofort mit dem Kopf runter und versteck dich! Schnell!<  >Hä wieso?< Bill schien wohl auch gemerkt zu haben, worum es geht und rief: >Mach einfach ist egal!< Und schon hatte er mich abgeschnallt und auf den Boden gedrückt. Da hörte ich auf einmal lautes Geschreie, jetzt hatte ich verstanden, sie wollten nicht, dass mich die Fans sehen würden. Als wir am Hintereingang waren, wo die Fans nicht hindurften, holte mich Bill wieder hoch: >Sorry.<  >Macht doch nichts, hab jetzt auch verstanden, worum es ging.< >Gibt es eigentlich ein paar Meet & Greet Gewinner heute vor dem Konzert und wenn ja vor oder nach dem Soundcheck?<  >Wir haben heute Mittag ja schon ein bisschen nach dem Sound geguckt, also denke ich vor dem Soundcheck. Aber gehen wir erst mal rein.< Da begrüßte uns schon ein etwas dickerer Mann. >Ah du bist also Tina. Hab schon viel von dir gehört.< Ich sah von der Seite, wie Bill leicht errötete. >Ähm ja die bin ich und sie?<  >Ich bin Dave Roth, sag aber am besten einfach Dave.<  >Okay.<  >Also wir haben 4 Fans, die backstage kommen dürfen, ich habe mir gedacht, Tina tut einfach so, als wäre sie auch nur ein Fan.<  >Na hoffentlich klappt das.< Meinte David nachdenklich. >Ach das geht schon.< Sagte Bill schnell. Nach kurzem Überlegen stimmte auch David zu und Bill grinste mich an. Dave sagte mir, wo ich hingehen sollte und verabschiedete sich dann erst mal. Zögernd ging ich los, irgendwie hatte ich alles wieder vergessen, was er gesagt hatte. Da hörte ich laute Mädchenstimmen aus einem Raum, das musste es ja eigentlich sein. Ich betrat ihn und es wurde augenblicklich still, sie musterten mich kurz, dann meinte die eine: >Sag mal, bist du nicht die eine, die in der Bravo war?<  >Was ich? Nein, schön wär’s.<  >Ich finde auch, dass sie ihr ziemlich ähnlich sieht.< Oh mein Gott an die Bravo hatte ich gar nicht mehr gedacht, wie sollte ich mich nur da rausreden?! >Bin ich aber nicht, ich sehe TH heute auch zum ersten Mal.< In dem Moment kamen schon Bill und die anderen rein und die Mädchen waren so aufgeregt, dass sie mich total vergaßen. Tom ging als erster auf sie zu und begrüßte sie, dann machten die anderen es ihm nach. Da kam Bill zu mir: >Hi ich bin Bill.<  >Ich heiße Tin..< beinahe hätte ich Tina gesagt, dann wäre ja alles aufgeflogen, ein Glück hatte ich es gerade noch rechtzeitig gemerkt und meinte schnell: >Tini.< Wir setzten uns an einen Tisch und alle bekamen Autogramme. Weil ich keine Poster mithatte, unterschrieben die vier auf meinem T-Shirt. Als ich mich kurz mit Georg unterhielt, sah ich wie die eine, ich glaube, sie hieß Annika, versuchte mit Bill zu flirten. Jetzt war ich aber gespannt, wie er darauf reagieren würde, doch zum Glück ging er nicht darauf ein. Dann probierte sie es bei Tom, der die ganze Zeit schlechtgelaunt in einer Ecke saß, doch das munterte ihn etwas auf und wenigstens er ging auf ihre Flirtversuche ein. Nach einer halben Stunde sagte Georg plötzlich: >Oh wir müssen langsam mal los.<  >Was schon?<  >Wir können noch ein paar Bilder machen, aber das wars dann auch, sorry.< Dann war ich dran, ich holte mein Handy heraus, gab es Annika, stellte mich neben Bill und sie machte ein paar Fotos. Da rutschte Bills Hand ganz plötzlich >zufällig< an meinen Arsch und ich musste anfangen zu lachen. Auch er musste lachen. Die anderen schauten uns nur blöd an und wir hörten schnell auf. Dann ging alles ziemlich schnell, es war Soundcheck und schon wurden die ersten reingelassen. Ich war noch hinter der Bühne, David meinte, er würde es schon irgendwie schaffen, dass ich in der ersten Reihe stehen würde. >Sag mal, was war das eigentlich vorhint mit euch bei den Fotos?< fragte Gustav. Bill und ich grinsten uns nur an. Sagten aber nichts. >Bill kommst du mal kurz mit?<  >Wieso denn Tom, du siehst doch, dass ich gerade hier sitze.<  >Bitte.< Flehend schaute er ihn an. >Nein, ich will jetzt aber nicht.< >Geh mit ihm.< flüsterte ich Bill ins Ohr. >Okay ich komm mit Tom aber nur kurz.< Gerade als sie den Raum verlassen hatte, kam David zu uns und holte mich ab, damit ich mich schon mal zu den anderen Fans stellen konnte. Ich weiß nicht, wie er es machte, aber irgendwie schaffte er es, dass die Fans ein bisschen Platz für mich machten. Eine halbe Stunde musste ich noch warten. Ich dachte mal wieder über alles nach, Tom konnte mir doch wirklich nichts vorwerfen, immerhin wäre Bill ohne mich nicht mitgegangen. Ich bemühte mich doch drum, dass die beiden wieder besser miteinander auskommen würden. Da hörte ich den ersten Schlag, es folgten ein paar andere und dann fing Tom an zu spielen, kurz danach Georg und endlich kam auch Bills Stimme.

Ihr steht immer pünktlich auf
Und verpennt was bei uns geht
Ich seh was was du nicht siehst
Guck mal was auf unseren Jacken steht
Tschuldigung du stehst im weg
Und wir müssen hier vorbei

Es war alles wie bei meinem ersten Konzert in Magdeburg, der einzige Unterschied war, dass in Magdeburg Tom mich unsicher anschaute und ich ihn böse, doch diesmal war es genau andersrum er schaute böse und ich unsicher. Als Bill dann endlich auf die Bühne kam, wurde es in meinem Kopf leer, ich konnte an nichts mehr denken, konnte über nichts mehr nachdenken. Ich wolle einfach nur das Konzert genießen. Ich war wie in einer anderen Welt. Es war einfach wunderbar und ich hoffte, dass es nie zu Ende gehen würde....

 

 

Kapitel 25:

Tina’s Sicht:

Nun war das Konzert vorbei, es war einfach nur geil. Ich fühlte mich total gut und rannte, nachdem alle Fans die Halle verlassen hatten, hinter die Bühne. Dort saß Bill müde und fertig auf einem Sessel. >Hey Schatz das Konzert war echt gut.<  >Joa danke.< Wir küssten uns kurz und dann kam Gustav rein: >Also wenn ihr wollt, können wir wieder zum Hotel fahren.<  >Ja ich bin voll müde. Irgendwie war das Konzert heute anstrengend.<  >Na dann kommt.< Im Hotel angekommen verabschiedeten wir uns schnell von den anderen und gingen in unser Zimmer. >Ich geh noch schnell duschen, du kannst ja in der Zeit ein bisschen Fernsehen oder so.<  >Jap okay.< Müde ließ ich mich aufs Bett fallen und machte den Fernseher an. Da fiel mir ein, dass ich Lotte mal wieder anrufen musste. >Hallo?<  >Hi hier ist Tina.<  >Hey endlich meldest du dich auch mal.<  >Ja sorry, es ist in letzter Zeit so viel passiert. Da hatte ich einfach keine Zeit.<  >Ist ja auch egal, erzähl einfach alles.< Also fing ich an zu erzählen. >Schade.<  >Was ist schade?<  >Na, dass du dich mit Tom immer noch nicht verstehst.<  >Ich hab doch echt alles probiert, aber er mag mich halt nicht.<  >Ja ich weiß schon. Ist ja auch nicht so schlimm. Hauptsache ich darf mal backstage kommen.< >Ach stimmt, das wollte ich Bill ja noch fragen.<  >Was wolltest du fragen?< das war Bill, der gerade aus dem Bad gekommen war. >Du bist schon fertig? Du bist doch vor ner dreiviertel Stunde erst ins Bad, was ist denn mit dir passiert?<  >Tja ich hab mich halt beeilt für dich.< Sagte er grinsend. >Sorry Lotte muss mal Schluss machen.<  >Okay bis dann ciao.<  >Bye.<

Erst als ich aufgelegt hatte, sah ich, dass Bill nur ein Handtuch umhatte und er sah einfach so unheimlich sexy aus. >Also was wolltest du fragen?<  >Ach nichts.< Ich zog ihn zu mir heran und fing an ihn zu küssen, erst leicht, dann immer wilder. Irgendwann lag er auf mir und wir küssten uns so leidenschaftlich wie schon lang nicht mehr. >Da geht heute aber jemand ran.< Meinte Bill schmunzelnd. >Tja.< Und schon küsste ich ihn weiter. >Ist dir eigentlich nicht warm?<  >Wieso?< >Na so im Shirt un so.<  >Ah darauf willst du also hinaus.< Als Antwort grinste er nur und ich zog es mir aus. >Ich hab schon ganz vergessen, wie schön du eigentlich bist.< Ich bekam auf einmal totale Lust auf ihn, so eine Lust hatte ich noch nie gehabt, nicht mal bei unserem ersten Mal. Ich wollte ihn spüren! >Wenn du willst, massiere ich dich noch kurz.< Darauf hatte ich ja eigentlich keine Lust, aber wenn Bill wollte, für ihn machte ich doch alles. Ich legte mich hin und er öffnete vorsichtig meinen BH. Dann fing er an mich zu massieren und ich bekam eine Gänsehaut. Es war so schön, genau das was ich wollte, ich wusste gar nicht mehr, warum ich die Idee eben noch nicht so gut fand. Seine warmen, sanften Hände gleiteten über meinen Rücken, dann drehte er mich zu sich, er strich mir über den Bauch und ich wurde immer erregter. Er merkte das wohl, denn seine Hände gingen runter zu meiner Hose, er schaute mich kurz an und ich nickte nur. Ich genoß seine zielstrebigen Bewegungen, plötzlich zog er seine Hand wieder weg, fragend guckte ich ihn an, da nahm er meine Hand und führte sie zu dem Handtuch, ich machte es auf und musste grinsen, als ich sah, dass er einen Steifen bekommen hatte. Ich war allerdings etwas unsicher, ich wusste nicht genau, was ich jetzt machen sollte, doch dann nahm ich meinen ganzen Mut zusammen, ich machte es einfach so, wie ich es schon oft gelesen oder gehört hatte, ich umgriff seinen Steifen und meine Hände fuhren auf und ab, Bill gab ein leises Stöhnen von sich, was mich dazu antrieb weiter zu machen. Dann nahm ich meine Hand wieder weg und er begann mich überall zu küssen. Er zog mir die Hose und den Tanga aus, fuhr mit seiner Zunge über meine Brüste. Es war geil, einfach nur geil. Plötzlich nahm er seinen Kopf wieder hoch und schaute mir tief in die Augen: >Ich liebe dich.< Ich begann zu lächeln: >Ich dich auch!< Boah dieser Typ machte mich einfach verrückt. Ich hatte das Gefühl, als wären Tausende von Schmetterlingen in meinem Bauch. Ich war so glücklich und so heiß auf ihn. Bill drehte sich auf den Rücken und zog mich auf sich, dann drang er langsam in mich ein und begann sich zu bewegen, ich machte einfach mit, bis er dann kam. Laut stöhnte er auf und krallte sich mit seinen Fingern in meinen Rücken. Kurze Zeit später kam auch ich. Ich spürte seine Nähe, seine Liebe, ich fühlte mich in diesem Moment so sehr mit ihm verbunden. Ich rollte wieder von ihm runter und wir lagen nebeneinander auf dem Bett. Keiner sagte etwas, wir genossen es einfach. Als ich sah, dass Bill etwas zitterte, nahm ich die Bettdecke und deckte uns beide zu. Ich wollte, dass es nie vorüber sein würde, denn wir waren einfach glücklich...

Kapitel 26:

Tina’s Sicht:

Als ich aufwachte, lag Bill nicht mehr neben mir. Toll, jetzt ging der einfach, dachte ich genervt, als hätte er nicht noch mal kurz liegen bleiben können, bis ich aufwache oder mich wenigstens wecken. Gerade als ich aufstehen wollte um mir etwas anzuziehen (wir waren gestern Abend nämlich eingeschlafen) kam Bill die Tür herein. Er hatte ein Tablett in seinen Händen, was voll beladen war mit allem möglichem zum Frühstück. Deshalb war er also aufgestanden, meine schlechte Laune war wie weggeblasen und ich begrüßte ihn mit einem fröhlichen >Guten Morgen Schatz.<  >Guten Morgen.< Er setzte sich neben mich aufs Bett und wir begannen zu essen. Irgendwann fing er an mich zu füttern, das Problem war nur, ich sollte die Augen zumachen und probieren in ein Croissant zu beißen, was allerdings sehr schwierig war, weil er es als wieder wegzog. Dann wurde mir die Sache zu dumm und ich kitzelte ihn durch, bis er aufgab und mir das Croissant gab. >Was machen wir heute eigentlich?< fragte ich mit vollem Mund. >Ich dachte, wir könnten noch mal nach ein bisschen shoppen gehen, weil wir erst heut Nachmittag oder Abend fahren.<  >Ja gute Idee.<  >Boah irgendwie bin ich schon total satt.<  >Aber du musst doch noch was essen, damit du auch groß und stark wirst und damit deine dünnen Beinchen mal zu richtigen Beinen werden.< meinte ich lachend, doch er fand das wohl nicht so lustig, jedenfalls schaute er mich sehr gekränkt an. Innerlich musste ich grinsen, rutschte dann aber doch neben ihn: >Hey nicht beleidigt sein, wir wollen doch heute einen schönen Tag haben und außerdem war das doch nicht böse gemeint, dein Körper ist doch total perfekt.< Das wirkte, er war nicht mehr beleidigt und strahlte wieder. Typisch eben für Bill, er brauchte ständig eine Bestätigung, aber das sagte ich jetzt lieber nicht auch noch laut.

>Na los, jetzt zieh dich schnell an, damit wir los können.<  >Ja ja nur keine Hektik.<  >Aber ich brauch doch noch ein neues T-Shirt, ich hol mir fast immer eins, wenn ich in einer Großstadt bin, hab ich mir so angewöhnt.< Kopfschüttelnd ging ich ins Bad, also manchmal verstand ich ihn wirklich nicht, er hatte doch schon so viele Shirts. Aber wenn er meinte...

Tom’s Sicht:

Ich war so froh, dass wir endlich mal wieder nach Hause konnten. Ich freute mich schon riesig darauf. Als ich mich gerade anzog, sah ich wieder den Zettel von Bill auf meinem Tisch, wodurch ich wieder an die beiden denken musste, wütend knüllte ich ihn zusammen und warf ihn in die Ecke. Was bedeuteten diese paar Zeilen schon? Wer brauchte sie schon?

Nachdem ich fertig angezogen war, ging ich nach unten etwas frühstücken, dort sah ich natürlich mal wieder Bill, der gerade ein Tablett mit Frühstück für Tina belud. Das war wieder typisch für ihn, bestimmt war wieder etwas tolles passiert, denn so was machte er immer nur, wenn er glücklich war. Das hatte er auch einmal für mich gemacht.

Es war an einem Samstagmorgen, als Bill plötzlich in mein Zimmer kam. >Morgen Tom, ich hab dir Frühstück gemacht.<  >Hey wie komm ich denn zu dieser Ehre?<  >Tja.< Er setzte sich auf mein Bett und stellte das Tablett hin, während ich anfing zu essen, holte er auf einmal ein Zettel raus und fing an etwas zu singen. Als er fertig war, schaute er mich erwartungsvoll an und fragte, wie ich es fand. Ich war voll erstaunt und wusste gar nicht, was ich sagen sollte, also meinte ich: >Ey kleiner Bruder ich wusste gar nicht, dass du auch zu etwas Talent hast, aber du kannst ja echt gut singen. Was waren das für ein Song?<  >Ähm also den hab ich gestern geschrieben, also es waren nur so ein paar Notizen, nichts besonderes.<  >Der ist von dir? Du bist gut!!!< >Wirklich?< verschämt schaute er mich an. >Ja klar. Gib mir mal meine Gitarre.< Er holte sie und fing noch mal an zu singen und ich versuchte ihn zu begleiten. Zum Schluss kam der Song Heilig raus.

Ich hatte ihn schon ganz vergessen, bis Bill vor einem Jahr den Refrain auf ein Zettel geschrieben hatte und mir gegeben hatte, weil wir uns gestritten hatten. Und jetzt hatte ich ihn zusammengeknüllt und in die Ecke geschmissen. Ich war ja so blöd. Schnell rannte ich wieder hoch in mein Zimmer und faltete ihn auseinander. Jetzt wusste ich, wie ich es anstellen sollte. Ich holte einen neuen Zettel, schrieb die Zeilen auf, die Bill auch geschrieben hatte und noch ein paar Sätze drunter. So konnte ich ihm den Zettel geben.

 

 

 

Kapitel 27:

Bill’s Sicht:

Als Tina im Bad war, klopfte es auf einmal, ich wollte gerade hingehen, da wurde ein Zettel unter der Tür durchgeschoben. Ich sah schon von weitem, dass es Toms Handschrift war, warum konnte er denn nicht so kommen, sondern musste so einen dummen Zettel schreiben?! Doch als ich sah, was er geschrieben hatte, war ich doch etwas gerührt. Es war Heilig, mein erster Songtext, also wenn ich heute so drüber nachdachte, war die Aktion, die ich damals gebracht hatte doch etwas peinlich... Bei dem Gedanken daran, fing ich an zu grinsen, in dem Moment kam Tina aus dem Bad: >Hey was grinst du denn so?<  >Ich äh ach nichts. Sag mal hättest du ein Problem damit, wenn Tom mit in die Stadt gehen würde?> >Nee eigentlich nicht.<  >Super. Ich hole ihn schnell. Wir treffen uns unten ok?<  >Jap.< Schnell ging ich zu seinem Zimmer und hoffte inständig, dass er da sein würde. Ich klopfte und er machte etwas zögerlich die Tür auf.

Fröhlich strahlte ich ihn an und plötzlich fiel er mir um den Hals. >Also wir gehen jetzt in die Stadt, wenn du willst, kannst du mit.<  >Ja ich komme sofort.< Mit solch guter Laune hatte ich ihn ja lang nicht mehr erlebt, was war denn mit ihm los? Nach 5 Minuten war er fertig und wir gingen nach unten, wo Tina schon wartete. Als sie uns sah, kam sie schnell auf uns zu. >Da sind glaub ich Fans vor der Tür, was machen wir denn jetzt?<  >Na das hatte uns ja gerade noch gefehlt.<  >Also am besten du gehst jetzt schon mal raus und Tom und ich kommen gleich nach, warte an der Ecke auf uns, so dass uns keiner zusammen sieht.<  >Okay.< Als sie gegangen war, warteten wir noch kurz, dann gingen wir auch raus. Draußen fingen die Fans an zu kreischen. So schnell wie möglich gaben wir ein paar Autogramme, machten Fotos, bis wir endlich gehen konnten.

>Wo gehen wir als erstes hin?<  >Keine Ahnung am besten einfach erst mal los und dann ins erste Geschäft rein. Ich brauch doch unbedingt ein neues Shirt.< Von Tom kam ein kleines Stöhnen und Tina musste lachen. >Das ist nun mal...< fing ich an mich verteidigen. >Ja ja wir wissen schon, ist eine Tradition von dir blabla.< Nun lachte auch Tom, na ja immerhin hatten die beiden ihren Spaß und verstanden sich wenigstens.

Tom’s Sicht:

Nach 2 Stunden Shoppen überredete ich die beiden, dass wir mal ein Eis essen gehen könnten. Wir holten uns schnell eins, dann setzten wir uns in einen Park. Dort holte ich meine Kamera raus und machte ein paar Bilder von den beiden. Eigentlich wollte ich den Plan ja nicht mehr durchziehen, weil Bill so nett zu mir war, aber das konnte sich ja schnell wieder ändern und ein paar Fotos konnten ja nie schaden. Als Bill seinen Spiegel rausnahm und reinschaute, sagte er plötzlich: >Tom du musst alle Bilder löschen!!! Jetzt sofort!!!< >Und warum wenn ich fragen darf?<  >Weil meine Haare nicht richtig sitzen und mein Kajal ein bisschen verschmiert ist.<  >Ach was das fällt gar nicht auf.<  >Ja dir vielleicht nicht, aber du hast ja auch keine Ahnung von sowas. Man Tina warum hast du mir nichts gesagt, du hast es bestimmt gemerkt.<  >Um ehrlich zu sein nein, du siehst aus wie immer.<

Also manchmal konnte Bill ja echt nerven, der war so was von pingelig, schrecklich. >Ich geh mal kurz pinklen.< meinte ich schnell und verschwand hinter dem nächsten Baum. Von hieraus konnte ich wunderbar Fotos machen, ohne dass sie etwas merkten. In dem Moment wo ich weg war, fingen sie an sich zu küssen, perfekt, genau das brauchte ich. Als ich wieder kam, gingen wir noch mal kurz in die Stadtmitte, bevor wir wieder zurück zum Hotel mussten, weil wir nicht zu spät heute zu Hause ankommen wollten.

Tina’s Sicht:

Irgendwie verstand ich Toms Wandlung nicht so ganz. War aber sehr froh darüber, es hatte eigentlich nur Vorteile, er verstand sich wieder mit Bill und mir und ich hatte bessere Chancen ihn mit Lotte zu verkuppeln. Der Tag in Berlin war auch total schön. Wir alle hatten super gute Laune auch wenn Bill manchmal ein paar Probleme hatte, die wir nicht so ganz verstehen konnten, aber irgendwie war es auch schon wieder lustig. Genau so hatte ich es mir schon die ganze Zeit vorgestellt, warum war es nicht von Anfang an so? Aber ich wollte mich nicht beschweren besser jetzt als nie.

Kapitel 28:

Tina’s Sicht:

Gleich ging es endlich los nach Hause. >Tinaaaa!<  >Was denn?< Ich lag hier gerade so schön auf dem Bett und Bill wuselte mal wieder überall rum. >Ich find mein Schmuck nicht.<  >Der ist doch in der Box.< Genervt guckte er mich an: >Ja das ist mir auch klar, aber wo ist diese Box?!<  >Keine Ahnung.<  >Na toll.< Woher sollte ich das denn wissen. Weil ich jetzt keine Lust hatte mich mit ihm zu streiten, ging ich nach unten in das Café vom Hotel. Ich bestellte mir eine heiße Schokolade und rief Lotte an. >Hey Süße ich bin‘s.<  >Tina!! Hi! Wie geht’s? Ah du kommst ja heut.<  >Ja, wenn wir hier heut noch mal loskommen. Übrigens hab ich gute Nachrichten für dich.<  >Warum, was ist denn passiert?<  >Na ja heute war Tom total gut drauf und ich hab mich ganz gut mit ihm verstanden...<  >Ist nicht dein Ernst?<  >Doch ist es. Ich erzähl dir den Rest morgen, da kommt er nämlich gerade.<  >Nee ne? Okay, dann will ich dich nicht stören. Viel Spaß noch bye.<  >Bye.<  >Hey Tina.<  >Hi Tom.<  >Darf ich mich setzen?<  >Klar.<  >Ich hab mich in letzter Zeit wohl sehr dumm verhalten, oder?<  >Na ja so ein bisschen vielleicht, aber es war auch fies, wie Bill sich dir gegenüber verhalten hat.<  >Du verstehst mich also auch so etwas? Weil bei Bill hatte ich nicht so das Gefühl.<  >Ich glaube, er hat es gar nicht so richtig gemerkt. Aber jetzt ist doch alles wieder gut.< Nachdenklich schaute er mich an und nahm einen Schluck von seinem Kaffee, den er sich bestellt hatte. >Was ist?< fragend schaute ich ihn an. >Ach ich weiß auch nicht. Es soll jetzt nichts gegen dich sein, aber seid du wieder mit ihm zusammen bist, ist er halt so anders geworden.<  >Ja das hast du mir ja schon mal gesagt.<  >Gesagt ist gut, ich hatte es dir eher zu geschrien.< Ich lächelte kurz und auch über sein Gesicht huschte ein kleines Lächeln. >Also was ich eigentlich nur sagen wollte, es freut mich wirklich für euch, dass ihr so glücklich zusammen seid, aber es würde mich noch mehr freuen, wenn er auch ein bisschen Zeit noch mit mir verbringen würde, weil dann müssten doch eigentlich alle glücklich sein...<  >Ja ich werde mal mit ihm sprechen und es wird bestimmt alles wieder gut.< >Danke.< Wir saßen noch etwas zusammen und redeten über dies und das, bis David plötzlich kam. >Hier seid ihr, wir suchen euch schon überall. Habt ihr schon gepackt? Wir wollen mal langsam fahren. Es ist schon wieder viel später, als ich geplant hatte.<  >Ja wir haben schon gepackt und sei doch mal etwas spontaner, du gehst viel zu geplant durchs Leben.<  >Du bist gut, einer muss ja hier wohl etwas geplant sein, wie du es so schön sagst, sonst würden wir nie irgendwo ankommen.<  >Doch schon nur vielleicht etwas später.<  >Etwas? Na dazu sag ich jetzt lieber nichts.<  >Sind die anderen schon unten?<  >Ja die stehen schon draußen und geben Autogramme, wenn du willst kannst du hier warten, bis ich dich hole.<  >Ja meinetwegen bis gleich.<

Diesmal verlief die Autofahrt eigentlich ganz gut, keiner musste aufs Klo und keiner beklagte sich, weil er Hunger oder Durst hatte, was aber wahrscheinlich auch daran lag, dass alle möglichst schnell nach Hause wollten. >Sagt mal, heute ist doch schon der 23. oder?<  >Ja warum?<  >Na weil dann ja morgen Weihnachten ist.<  >Gut erkannt Bill.< Böse schaute er Gustav von der Seite an. >Damit ihr euch nicht gleich anfangt zu streiten, könntet ihr ja mal ein Weihnachtslied singen.< schlug David vor. >Du willst Tom Georg und Gustav singen lassen? Na du hast nerven.< meinte Bill geschockt. >Na dann sing doch mit Tina alleine. Wenn wir dir zu schlecht sind, aber um ehrlich zu sein, bin ich auch ganz froh, wenn ich nicht singen muss.< Meinte Georg grinsend. Die andern 2 nickten nur zustimmend. >Ja wie wärs mit Winter Wonderland?< und schon fing David an zu singen:

Sleigh bells ring are you listen

In the lane snow is glistening

>Ah David verschone uns bitte damit.< Theatralisch hielt sich Tom die Ohren zu. >Mit deinem Gesinge hast du mich doch gerade auf eine Idee gebracht.< Sagte Bill zu David mit einem schelmischen Grinsen. >Tina weißt du noch das Lied, dass ich dir mal gezeigt hab von Bed & Breakfast If you were mine?>  Ach wirklich?< unschuldig schaute Bill David an und fing an zu singen. Ich machte gerade den Mund auf um mitzusingen da schaute er mich flehend an: >Tja da bringt dein Bettelblick auch nichts mehr David.< Und schon sang ich mit, zum Refrain hin setzten auch Tom und die anderen ein und da war er völlig fertig. >Sing doch einfach mit.< Als wir das Lied schon 2 mal durch hatten, erklärte auch er sich endlich bereit und nun sangen wir alle gemeinsam so schief und schräg, dass es schlimmer nicht ging, bis wir endlich in Magdeburg ankamen. Ich sah schon von weitem das Ortsschild. Als erstes sollte ich nach Hause gebracht werden. Nach 10 Minuten bogen wir in unsere Straße ein, wo meine Mutter, meine Schwester, mein Vater, meine Tante, meine Cousine und Lotte schon warteten. Es war zwar schon total spät, aber das störte sie wohl nicht, fröhlich saßen sie noch im Garten und bauten einen Schneemann, erst da fiel mir auf, dass in Berlin gar kein Schnee gelegen hatte und es hier total doll geschneit hatte, da schrie Lotte plötzlich: >Schaut, da ist sie. Tina ist wieder da.< Alle kamen sie auf mich zu gerannt und auch ich war froh endlich wieder zu Hause zu sein.

Kapitel 29:

Toms Sicht:

Nun war Weihnachten vorbei und morgen sollte die Tour weitergehen natürlich mal wieder mit Tina. Ich dachte wirklich, jetzt würde es wieder besser werden, aber es hielt mal wieder nur ein Tag und das war’s... Bei unserem ersten Konzert in Magdeburg sollte auch Lotte, Tinas Freundin, dabei sein. Ich hatte sie nur kurz gesehen, als wir Tina abgesetzt hatten, aber eigentlich sah sie ganz nett aus. Hoffentlich verstand ich mich wenigstens mit ihr etwas...

Ich saß an meinem Schreibtisch am PC und chattete im Internet mit einem TH Fan, ohne dass diese wusste, wer ich wirklich war. Es war eigentlich immer ganz lustig, aber heute hatte ich irgendwie keine Lust darauf. >Toooom! Essen!< Ich machte mich auf den Weg nach unten, wo meine Mutter, Gordon und Bill schon am Tisch saßen. >Die Zeit, wo ihr zu Hause wart, war schon wieder viel zu kurz.< Meinte Mama nachdenklich. >Bald sind wir ja wieder hier.< Kam es von Bill und sie lächelte ihn an. In Gedanken fügte ich hinzu, wo du mal wieder nur bei Tina sein wirst und Mum dann gar nichts davon haben wird, dass du da bist.

Nach dem Abendessen ging ich sofort ins Bett schlafen. Erstens wusste ich eh nicht, was ich machen sollte und zweitens wollte ich für die bevorstehenden Konzerte ausgeruht sein.

Am nächsten Morgen mussten wir zum Glück nicht so früh raus, weil wir uns erst um 16 Uhr an der Halle treffen wollte, so konnte ich schön bis 15 Uhr schlafen, ohne dass mich jemand störte. Natürlich schaffte ich es nicht bis 3, so dass ich eine viertel Stunde zu spät kam. Bill hatte mal wieder nicht gewartet, sondern war schon vorher bei Tina gewesen, doch was hätte ich auch anderes erwarten sollen?

>Da bist du ja endlich.< Meinte David etwas genervt, aber gleichzeitig auch erleichtert, dass ich endlich da war. >Los komm schnell rein, die andern haben schon Soundcheck.<

Das Konzert wurde total geil. Magdeburger sind halt die besten. Fröhlich ging ich in den Backstageraum, wo Tina und Bill schon küssend saßen. Wollte Lotte nicht eigentlich kommen? >Sagt mal, wollte deine Freundin nicht kommen oder habt ihr sie vergessen?< das meinte ich eigentlich nur als Scherz, als Tina plötzlich fluchend aufstand und zur Tür ging. >Mist, die wartet schon die ganze Zeit draußen.< Na das war ja eine tolle Freundin... Ich ließ mich aufs Sofa plumpsen, während auch Georg und Gustav endlich kamen. >Wo sind denn Tina und ihre Freundin?< fragte Georg. >Tina hat sie draußen vergessen.<  >Stimmt doch gar nicht.< Meinte Bill verteidigend. >Wie würdest du es denn sonst nennen? Hätte ich euch nicht erinnert, hätte sie den ganzen Abend in der Kälte gestanden.< Beleidigt drehte Bill sich weg und so warteten wir schweigend auf die beiden.

Nach 5 min kamen sie endlich. Freudig stellte Tina uns Lotte vor, von dieser kam nur ein leises: >Hallo.<  >Du brauchst nicht so schüchtern sein. Wir sind alle ganz nett, bis auf Bill, der ist ab und an etwas zickig.< Sagte Gustav freundlich. Tina schlug Gustav zwar leicht auf den Arm, musste aber trotzdem lachen.

Als es halb elf war und wir weiter zur nächsten Stadt fahren sollten, beschlossen wir, dass Lotte die nächsten paar Tage auch dabei sein durfte, weil wir uns alle sehr gut mit ihr verstanden...

Wir fuhren zum Glück nur 2 Stunden, so dass wir um 1 schon in der nächsten Stadt waren, obwohl wir vorher noch bei Lotte vorbeigefahren sind, damit sie ihr Zeug packen konnte. Im Hotel hatten wir natürlich nicht genug Zimmer gebucht, da schlug David vor, dass Bill bei mir im Zimmer schlafen sollte und Lotte zusammen mit Tina in seinem. >Aber ich will mit Tina in einem Zimmer schlafen.<  >Ja ich hatte mich eigentlich auch schon darauf gefreut, endlich wieder mit Bill in einem Zimmer zu schlafen.< Lotte schaute etwas verwundert . Es war doch nur für eine Nacht, konnten die beiden da nicht eine Ausnahme machen? >Lotte kann auch bei mir im Zimmer schlafen, wenn es für sie ok ist.< Sie nickte erleichtert und schon waren Bill und Tina weg.

Als wir im Bett lagen, unterhielten wir uns noch eine Weile und ich verstand mich immer besser und besser mit ihr. >Ich hoffe, es ist wirklich in Ordnung, wenn wir hier in einem Bett schlafen, ich bin auch wirklich ganz artig.< >Ja klar und danke noch mal. Ich hätte nicht gedacht, dass Tina so auf den Vorschlag reagieren würde.<  >Ich schon.<  >Wieso denn das?<  >Weil sie schon die ganze Zeit so drauf sind. Manchmal ist das echt etwas nervig.<  >Na ja, vielleicht wird es ja jetzt etwas besser.<  >Hoffen wir mal. Also dann mal gute Nacht und schlaf schön.<  >Danke du auch.< und schon war sie weggedöst. Nach kurzer Zeit schlief auch ich ein und träumte von Lotte, keine Ahnung wieso ich das tat, schließlich wollte ich ja nichts von ihr, also dachte ich mir auch nichts weiter dabei.

Kapitel 30:

Toms Sicht:

Am nächsten Morgen wachte ich dadurch auf, dass mich jemand leicht rüttelte, es war Lotte. >Guten Morgen. Ich habe David gerade gesehen und er meinte, dass ich dich mal wecken sollte.<  >Wie viel Uhr haben wir denn?<  >Neun.<  >So früh und du bist schon wach, bist du etwa auch so eine Frühaufsteherin?<  >Nee eigentlich nicht, aber du hast so laut geschnarcht, da konnte ich nicht mehr schlafen.< Bitte was? Ich und schnarchen? Ich hatte doch noch nie in meinem ganzen Leben ein Laut von mir im Schlaf gegeben. Sie sah mir meine Fassungslosigkeit wohl an, denn sie meinte: >Guck mich nicht so erschrocken an, warn Scherz, du hast nicht geschnarcht, ich konnte nur irgendwie nicht mehr einschlafen und jetzt steh schnell auf, wenn du vor der Abfahrt noch was Essen willst.<

Als wir im Van saßen, redete Tina kein Wort mit Lotte, sondern war die ganze Zeit mit Bill beschäftigt. Traurig schaute sie aus dem Fenster, ich wollte sie etwas aufmuntern, deshalb fragte ich sie, ob sie mit mir Käsekästchen spielen wollte, eigentlich hasste ich dieses Spiel, aber weil es so viele Mädchen liebten, dachte ich mir, könne es ja nicht so verkehrt sein. Lächelnd schaute sie mich an. >Magst du das Spiel?<  >Na ja um ehrlich zu sein nicht so, aber du schaust als so traurig und da wollte ich dich etwas aufheitern.<  >Oh danke, das ist sehr nett von dir, aber ich finde das Spiel auch echt ätzend.< Nun mussten wir beide lachen und fingen dann mal wieder an über Gott und die Welt zu reden wie auch schon gestern Abend im Bett.

Die ganzen nächsten Tage ging es so weiter, dass Bill und Tina niemand anderen mehr beachteten. Selbst David, Gustav und Georg fiel das auf, aber was sollte man dran ändern? Ich hatte doch schon so viel versucht. Eines Abends kam dann Lotte in mein Zimmer. >Hey was gibt’s denn?<  >Kann ich kurz mit dir reden?<  >Klar, setz dich doch.< Sie setzte sich auf mein Bett und fing an zu erzählen: >Ich glaube, ich lasse mich abholen, das hat doch so keinen Sinn mehr...< Eigentlich konnte es mir ja egal sein, aber tief in mir drinnen, wünschte ich mir, dass sie blieb. >Was wieso denn das?<  >Na was soll ich hier denn noch? Ich bin doch eigentlich wegen Tina hier, aber sie redet kein Wort mit mir...<  >Und deshalb willst du mich armes Kerlchen jetzt mit denen alleine lassen? Dann hab ich ja gar keinen mehr.< Sie lächelte mich kurz an, wurde dann aber wieder ernst: >Was würdest du denn an meiner Stelle machen?<  >Mmh... ich weiß nicht, aber irgendwie sind wir ja auch etwas in der gleichen Situation.< Jetzt war der Moment gekommen, ich wollte ihr von meinem Plan erzählen. >Okay, hör mir gut zu, ich habe eine Idee.< Als ich geendet hatte, schaute ich sie erwartungsvoll an, wie würde sie reagieren? >Ich bin dabei.<  >Jetzt im Ernst?<  >Ja. Ich sehe auch keine andere Lösung mehr.< Ich war total erleichtert und wir fingen an uns Gedanken zu machen.

Tinas Sicht:

Es war so schön. Noch schöner als vor Weihnachten. Ich verbrachte jede freie Sekunde mit Bill. Doch als ich mir wie immer am Mittwoch die Bravo kaufte, war ich total geschockt. Ich rannte schnell zurück zum Hotel, zurück zu Bill. Er saß auf seinem Bett und hörte Musik, bis ich reingestürmt kam. >Hey Süße, was ist denn passiert?< Ich hielt ihm die Zeitung hin und er schaute sie geschockt an. >Das kann doch nicht wahr sein.< Es war wieder ein Artikel von uns beiden. Diesmal wie wir uns küssten, Händchen hielten und so weiter, eben die volle Palette. >Bill das war’s. Ende, fertig, vorbei.<  >Nein Tina wir schaffen das schon.< Was laberte er da?! Von wegen wir schaffen es schon. >David hat gesagt, wenn es die Öffentlichkeit weiß, dann ist Schluss zwischen uns.< Mittlerweile strömten Tränen über mein Gesicht. >Beruhig dich. Es wird bestimmt alles gut.< >Nein, versteh doch, nichts mehr wird gut.< In dem Moment kam David herein. >Ihr habt es also auch schon gesehen?< Ich nickte nur. >Wie kommt ihr dazu euch so in der Öffentlichkeit zu zeigen? Ihr wisst doch genau, was dann passieren wird. Es haben schon tausende von Reportern angerufen.<  >Woher sollten wir wissen, dass uns jemand fotografiert?<  >Sei doch nicht so naiv Bill, du weißt ganz genau, dass überall Fotografen lauern. Ich will echt wissen, wie ihr das wieder gerade biegen wollt. Aber eigentlich sind diese Fotos so eindeutig. Ich glaube da kann man nichts mehr dran ändern.<  >Das heißt, ich muss gehen?< Ich zitterte am ganzen Körper, das durfte alles einfach nicht wahr sein. >Du kannst noch ein paar Tage bleiben. Aber wenn es zu krass wird mit den Medien und die Fans es nicht richtig verkraften werden, was ich mal denke, dann ist es leider vorbei, so leid es mir auch tut.< Er ging aus dem Zimmer und ich sackte zusammen. Bill kam auf mich zu und wollte mich trösten, doch ich stieß ihn weg.

Dann lief ich nach draußen. Ich musste weg von ihm. Ich rannte, rannte einfach weg. Bis ich mich auf eine Bank fallen ließ. Da fing es an zu regnen. Erst nur leicht, dann schüttete es richtig. Doch ich wollte nicht zurück zum Hotel. Meine Haare waren mittlerweile klitschnass und klebten in meinem Gesicht. Nun war es also wirklich endgültig vorbei. Außer den Fans würde es nichts ausmachen, aber ich wusste genau, wie sie darauf reagieren würden. Ihnen wäre es alles andere als egal. Und dann würde David den Schlussstrich ziehen...