.: blue sky :.


Erinner mich dich zu vergessen

Hauptpersonen: Tina & Bill, später auch Lotte & Tom
Nebenpersonen: Tinas Familie,Georg, Gustav, David Jost


Inhaltsangabe:

Tina war mit Bill zusammen, als er noch nicht berühmt war. Allerdings hat er mit ihr ohne jeden Grund Schluss gemacht... Auf einem Konzert von Tokio Hotel treffen sich die beiden wieder und alles fängt wieder von vorne an.

Photobucket


Kapitel 1:

Ich lag mal wieder auf meinem Bett und dachte nach. Ein Jahr war die Sache mit Bill jetzt schon vorbei und seitdem hatten wir uns nicht mehr gesehen. Ich weiß zwar heute noch nicht den Grund, warum er Schluss gemacht hatte, aber ich war zum Glück darüber hinweg. Die Zeit danach war die schlimmste meines Lebens. Ich lag stundenlang auf meinem Bett und weinte. Ich lies keinen mehr an mich ran, außer meine beste Freundin Lotte, dadurch verlor ich auch immer mehr meine anderen Freunde und irgendwann war ich so alleine, dass ich mir sagte, Tina es reicht, du hast jetzt lang genug um Bill getrauert, es gibt auch noch andere süße Boys hier. Als mir diese Erkenntnis kam, rief ich sofort Lotte an und zusammen gingen wir ins „Alex“ seid Monaten war ich nicht mehr da gewesen, doch es war schön! Ich hatte lange nicht mehr so viel Spaß gehabt und mit der Zeit freundete ich mich auch wieder mit allen an und ich war wieder so glücklich wie früher. Wenn ich an Bill dachte, dachte ich nur noch an die schöne Zeit und verdrängte das Schlimme, was er mir angetan hatte. Ich war so froh, soweit gekommen zu sein, denn es war wirklich total schwer loszulassen, weiter zu leben.
Genug an Bill gedacht, sagte ich mir plötzlich, denn auch wenn ich über ihn hinweg war, widmete ich ihm doch jeden Tag 5 oder auch 10 Minuten und dachte über alles nach.
Ich ging nach unten ins Wohnzimmer und machte den Fernseher an, ich zappte etwas rum und guckte dann VIVA, Gülcan kündigte wohl gerade eine Premiere an, einer neuen Teenieband, naja, kann’s mir ja mal angucken, dachte ich mir: „Und hier kommt Tokio Hotel mit ihrer Debütsingle Durch den Monsun!“ Als ich das Wort Tokio hörte musste ich unweigerlich wieder an Bill denken, er hatte immer so von Tokio geschwärmt, wie gern er da hinwolle, doch dann wurden meine Gedanken abrupt unterbrochen, dass ist doch nicht wirklich Bill? Doch er muss es sein, wer sonst hat so en verrückten Style? Und der an der Gitarre war Tom und die anderen beiden hatte ich auch schon mal gesehen, genau, Gustav und Gerog hießen sie. Ich wollte gerade das Telefon nehmen und Lotte anrufen, da klingelte es schon und natürlich war es Lotte, sie hatte Bill auch gesehen. „Hast du gerade VIVA gesehen?“ rief sie stürmisch ins Telefon. „Ja..“ Ich wollte noch etwas sagen, doch schon quasselte sie weiter. „Ich bin in 5 min bei dir.“ Schon hatte sie aufgelegt, was war denn mit ihr los?


Kapitel 2:

Nach exakt 5 Minuten war sie da. Wir gingen in mein Zimmer und sie schaute mich durchdringend an. „Was hast du gefühlt?“ fragte sie. „Ähm bei was?“ fragte ich verdutzt. Ich hatte wirklich keine Ahnung worüber sie sprach. „Na als du Bill gesehen hast.“ „Na ja, ich weiß auch nicht so genau. Ich hab mich total erschreckt als ich ihn sah, doch dann kribbelte es mich überall, wie beim ersten Mal als ich ihn und dann kam wieder die Enttäuschung hoch, die Trauer, die Wut und dann fühlte ich mich einfach nur leer, ohne jede Emotion. Sie nahm mich in den Arm und mir liefen ein paar Tränen. Nein, bitte es durfte doch nicht alles wieder so anfangen. Ich war doch jetzt schon so weit über ihn hinweg, warum kam jetzt alles wieder hoch. Lotte bemerkt dies und wechselte schnell das Thema. „Der Gitarrist sah aber auch nicht schlecht aus. Irgendwie hatte er die gleichen Augen wie...“ doch dann stoppte sie schnell, sie wollte ja eigentlich nicht mehr von Bill reden. „Bill, sag es ruhig und es stimmt.“ Verständnislos blickte sie mich an. „Er ist sein Zwillingsbruder.“ „Waaas? Warum hast du mir das nie erzählt, ich meine, dass er einen Zweillingsbruder hat?“ „Ich weiß nicht, ich hielt es nicht für sonderlich wichtig,“ „Ähm okay, na dann. Ich muss dann jetzt auch leider schon wieder los. Tut mir leid.“ Wir verabschiedeten uns voneinander und ich war ganz froh wieder alleine zu sein. Ich ging in mein Zimmer und wollte eigentlich schnell schlafen, weil ich nicht weiter an ihn denken wollte. Doch natürlich konnte ich kein Auge zumachen. Also machte ich das Radio an. Nein, das durfte nicht wahr sein, es lief Yvonne Catterfeld mit Erinner mich dich zu vergessen. Na das passte ja. Weil ich aber keine Lust hatte einen andren Sender zu suchen, legte ich mich hin, machte die Augen zu und lauschte der Musik.

Erinner’ mich dich zu vergessen.....
Erinner’ mich,
Die Träume nicht mehr zu teilen.
Erinner’ mich,
Es geht mir besser allein.
Erinner’ mich,
Frei zu sein.

Wie sollte ich frei sein, wenn er jetzt ein Star werden würde? Wie?!?!

Wie jeden Tag,
lagst du neben mir.
Du warst noch da,
Nur deine Liebe nicht hier.
Seit dem Augenblick,
Gibt es kein Zurück....

Warum, warum liebst du mich nicht mehr? Es war die schönste Zeit meines Lebens und du hast alles kaputt gemacht.


Es tut noch weh.
Geh’!
Erinner’ mich dich zu vergessen.
Ich bin süchtig wie besessen.
Erinner’ mich,
Dass ich dich übersteh’.
Geh’!
Erinner’ mich dich zu vergessen,
Mein Versprechen nicht zu brechen.
Erinner’ mich nach vorn zu schau’n.
Ich schaff’ es kaum
Aus diesem Alptraum.

Ja, geh! Für immer! Warum musst du genau jetzt mit deiner Band groß rauskommen? Womit hab ich das verdient? Ich hatte dich fast vergessen und jetzt kommst du so plötzlich wieder, was denkst du dir dabei? Ich bin gefangen, wie in einem Alptraum.

Erinner’ mich,
Den Stolz nicht nur zu verlieren.
Erinner’ mich
An mein Leben vor dir,
Wo immer ich
Steh’ ohne dich.
Ich bin stärker
Mit der Wut im Bauch.
Die Tränen spülen dich aus mir raus.
Doch bei jedem Schritt
Nehm’ ich die Bilder mit.

Die Tränen spülen dich aus mir raus? Was singt sie da? Nein, ich hab so viel geweint und dich trotzdem nicht vergessen. Ständig muss ich an deine zärtlichen Küsse denken und daran, wie lieb du mich immer in den Arm genommen hast, als es mir schlecht ging. Und ja, ich nehm bei jedem Schritt deine Bilder mit, ich denke so oft an dich. Alle denken, ich sei über dich hinweg, sollte ich ja auch eigentlich nach einem Jahr, aber ich kann nicht!

Es tut noch weh.
Geh’!
Erinner’ mich dich zu vergessen.
Ich bin süchtig wie besessen.
Erinner’ mich,
Dass ich dich übersteh’.
Geh’!
Erinner’ mich dich zu vergessen,
Mein Versprechen nicht zu brechen.
Erinner’ mich nach vorn zu schau’n.
Ich schaff’ es kaum
Aus diesem Alptraum.

Je mehr ich versuch’ zu verstehen,
Desto weniger weiß ich,
Wohin unsere Wege gehen.
Auch wenn es wie ein Messer sticht,
Wirf mir die Wahrheit ins Gesicht.

Wie ein Messer?! Als du den Satz gesagt hast „Es ist Schluss“ waren es wie 1000 Messerstiche in mein Herz.

Erinner’ mich dich zu vergessen.
Ich bin süchtig wie besessen.
Erinner’ mich,
Dass ich dich übersteh’.
Geh’!
Erinner’ mich dich zu vergessen,
Mein Versprechen nicht zu brechen.
Erinner’ mich nach vorn zu schau’n.
Ich schaff’ es kaum
Aus diesem Alptraum.

Gerade als die letzten Töne des Liedes erklangen, fielen mir die Augen zu.

Kapitel 3:

Als ich am nächsten morgen aufwachte und in den Spiegel sah, bekam ich einen riesen Schreck, meine Augen waren total rot und geschwollen. Weil ich aber so hunger hatte, ging ich trotzdem in die Küche.
Dort saß meine Mutter gutgelaunt am Küchentisch.
Doch als sie mein Gesicht sah, erschrak sie „Was ist denn mit dir passiert?“ „Ich glaub ich hab im Schlaf geweint.“ ich zwang mich zu einem Lächeln und erleichtert sagte sie „Ach übrigens, heute ist dein letzter Ferientag.“ Toll, dass sie mich daran nochmal erinnern musste, jetzt war meine Laune total auf dem Nullpunkt.
Ich nahm mir schnell ein Brot, legte etwas Wurst drauf und verschwand in meinem Zimmer.
Ich legte mich auf mein Bett, da schrie meine Mutter von unten nach mir, konnte man denn nie mal seine Ruhe haben?!
„Was ist denn?“ „Hör dir das Lied mal an, eine neue Teenieband, sie heißt Tokio Hotel, vielleicht gefällt dir der Song ja. Bei dem Namen Tokio Hotel lief mir ein kalter Schauer über den Rücken. Was war nur los mit mir heute? Was hatte ich getan, dass ich so gestraft wurde? „Ich...ich geh mal nach draußen eine Runde joggen.“ „Aber willst du dir gar nicht das Lied zu Ende anhören?“ Konnte die einen nicht mal eine Sekunde in Ruhe lassen? „Nein!“ sagte ich scharf und verschwand. Was mich noch mehr ärgerte war, dass mir dieser Song sogar gefiel, aber diesen Gedanken vergaß ich ganz schnell wieder.
Ich zog mir meine Joggingklamotten an und lief Richtung Park. Dort guckten mich einige Leute etwas komisch an und deuteten auf mich, na ja, was soll‘s, heute war wohl wirklich nicht so mein Tag. Ich machte mich schnell auf den Rückweg und zu Hause verbrachte ich den ganzen Tag vor dem Fernseher.
Meine Mutter fragte, ob ich krank sei, aber als ich nicht antwortete, sondern sie nur genervt ansah, verschwand sie schnell.
Um 9 Uhr legte ich mich in mein Bett und schlief sofort ein, mit der Hoffnung, dass morgen alles besser sein würde.
Als aber um halb sieben mein Wecker klingelte hätte ich ihn am liebsten gegen die Wand geschmissen, weil ich aber dadurch schon 3 Wecker kaputt gemacht hatte, ließ ich es lieber und ging müde ins Bad.
Um halb acht klingelte es endlich. „Boah ich dachte schon, du kommst gar nicht mehr.“ Begrüßte ich Lotte schlechtgelaunt. „Tut mir leid, hab verschlafen.“ Sagte sie müde. Dann rannten wir los und kamen gerade so pünktlich zum Unterricht. Die ersten beiden Stunden vergingen total langsam und ich war mindestens 4 mal auf dem Klo, weil ich keine Lust mehr hatte.
Dann fing noch jemand an über Tokio Hotel und ich war völlig fertig mit den Nerven, Lotte bemerkte dies und versuchte mich aufzuheitern, jedoch erfolglos.
In der Pause zeigten wieder total viele Leute auf mich, konnten die mich nicht einmal in Ruhe lassen? Dann endlich hörte ich den Grund, was mich allerdings gar nicht freute. Ein Oberstufenklässer meinte zu mir „Sag mal bist du nicht die Tusse, die mal mit der Schwuchtel Bill zusammen war? Das Frontgril von Tokio Hotel.“ Das war also der Grund, scheiße dachte ich. Doch leider ging das die nächsten Tage so weiter. Und nach einer Woche weigerte ich mich weiter zur Schule zu gehen, doch leider musste ich trotzdem. In der Bravo las ich dann auch noch, dass Bill und Tom die Schule für ein Jahr verlassen würden, wegen den ganzen Dissereien, doch ich musste natürlich weiter zur Schule, das war mal wieder so ungerecht, die beiden waren doch auch nur Menschen, warum hatten sie auf einmal Sonderrechte? Weil ich mich etwas ablenken wollte, kam ich auf die Idee mein Zimmer etwas aufzuräumen und was ich da fand, machte alles wieder schlimmer.
Ganz weit hinten unter meinem Bett war eine Kiste, wo draufstand: Bill und ich. The best time of my life.
Neugierig machte ich sie auf und mir schossen sofort Tränen in die Augen. Dort lagen total viele Fotos von uns, wo wir uns küssten oder einfach fröhlich in die Kamera lächelten, weil wir so froh waren, dass wir uns hatten. Außerdem gab es ein Tagebuch, wo ich all meine schönen Erinnerungen aufgeschrieben hatte, doch auch die schlimmen, der letzte Satz war: Ich weiß nicht weiter, er hat mit mir Schluss gemacht ohne jeden Grund, das sieht Bill nicht ähnlich. Was ist nur los mit ihm? Seine Augen waren kalt, aber gleichzeitig auch traurig. Früher konnte ich immer hinter seine Fassade schauen und wusste wie es ihm wirklich ging, aber jetzt? Jetzt hatte ich keine Ahnung...
Schnell machte ich das Tagebuch zu und schaute mir noch kurz einige andere Sachen an, wie zum Beispiel eine Kette, die ich von ihm geschenkt bekommen hatte. Danach machte ich die Kiste wieder zu und schob sie
behutsam zurück unter mein Bett.
Kurz danach klingelte schon das Telefon und eine aufgeregte Lotte schrie in den Hörer „Tina bitte, ich muss ganz schnell vorbeikommen.“ „Na dann mach doch.“ „Daaaaaanke.“ und schon hatte sie aufgelegt. Als es klingelte machte ich interessiert die Tür auf, vielleicht würde sie mich etwas ablenken können?
Sie rannte die Treppen zu meinem Zimmer hoch und lies sich auf mein Bett fallen. „Also ich weiß, es ist vielleicht nicht so ganz der richtige Zeitpunkt, weil ich weiß, dass es dir in letzter Zeit nicht so gut geht, aber könntest du mir vielleicht die Handynummer von Tom geben? Oder hast du sie nicht mehr?“ „Doch ich hab sie noch.“ Sie setzte ihren Dackelblick auf und da konnte ich einfach nicht nein sagen. Ich holte mein Handy und sie rief an. Doch nach kurzer Zeit lies sie das Telefon wieder senken. „Er hat seine Nummer geändert, diese Nummer gibt es nicht mehr.“ „Tut mir leid, eine andere hab ich nicht.“ „Na ja, ein Versuch war’s wert.“
Wir quatschten noch eine Weile, bis sie schließlich auch ging.
Immerhin ist morgen Wochenende dachte ich mir und brachte sogar ein Lächeln zustande.
Doch hätte ich gewusst, was mich am Wochenende so alles erwarten würde, hätte ich wohl ganz und gar nicht gelächelt.....


Kapitel 4:

Tinas Sicht:

Der Samstag begann sogar ganz gut. Als ich aufwachte, kitzelte mich die Sonne an der Nase und ich ging seid Tagen das erste Mal gut gelaunt zum Frühstück. Meine Eltern und meine Schwester Susi saßen schon am Tisch und waren auch sehr erfreut darüber, dass ich mal mit einem Lächeln den Tag begann. „Übrigens heute feiert deine Cousine Geburtstag.“ „Ach stimmt ja, wie alt wird sie nochmal? 9 oder 10?“ „Mareike wird 10.“ „Okay und wann fängt’s an?“ „Wir sollen schon so gegen Mittag da sein, also falls du nochmal eine Runde joggen willst, geh jetzt schnell, nachher ist keine Zeit mehr.“ Argh, musste die mir jetzt schon wieder meine Laune vermiesen? Ich und joggen? Nein, ein Tag ohne die Leute, die eh nur über mich tratschen würden, hatte ich mir jawohl mal verdient....
„Ich geh mal duschen.“ verabschiedete ich mich schnell, weil ich keine Lust hatte auf die ganzen Fragen meiner Mutter, warum ich nicht joggen gehen wolle... Ich stellte den Hahn ganz heiß und ließ das Wasser über meinen Körper gleiten, indem Moment fiel mir ein, wie ich einmal mit Bill zusammen hier geduscht hatte, sein Körper sah dünn und zerbrechlich aus, aber trotzdem war er unheimlich sexy... Wie er wohl jetzt ohne T-Shirt aussah? Er hatte ja in der letzten Zeit noch mehr abgenommen, wie es ihm wohl ging? Wenn ich ihn mal im Fernseher sah, merkte ich, dass es ihm nicht so gut ging, wie er vor der Kamera tat. Aber was soll’s, wahrscheinlich bildete ich mir das alles eh nur ein... Außerdem hatte der Tag so gut begonnen, ich wollte ihn mir jetzt nicht vermiesen, also stieg ich schnell aus der Dusche und bekam erst mal ein Kälteschock... Schnell nahm ich mein Handtuch und ging in mein Zimmer. Ich suchte meine schönsten Sachen raus und saß eine Stunde vorm Spiegel, bis ich endlich zufrieden mit mir war, ich wollte eigentlich noch meine Haare föhnen, aber das hatte sich jetzt schon erledigt, die waren von alleine getrocknet... Da kam schon Susi in mein Zimmer und meinte das wir fahren müssten. Schließlich waren es 2 Stunden Fahrzeit und wir wollten ja schon um 2 da sein.
„Alles Gute zum Geburtstag Kleine.“ Stürmisch umarmte mich meine kleine Cousine. „Daaanke. Ich bin so froh, dass du endlich da bist.“ Sie ließ mich gar nicht mehr los, doch da kam mir zum Glück schon meine Tante zu Hilfe und befreite mich aus dem Klammergriff von Mareike. Es war sogar ganz lustig bis Mareike anfing zu erzählen: „Kennst du die neue Band Tokio Hotel? Ich hab die Single geschenkt bekommen und die ist sau geil!“ Oh nein, fing die jetzt auch noch damit an? „Hey was ist? Warum antwortest du nicht? Magst du sie nicht?“ Mein Inneres schrie danach zu sagen, sehr gerne, besser gesagt ich liebe sie, ich liebe Bill. Doch das konnte ich ihr ja schlecht unter die Nase reiben. Also meinte ich nur kurz: „Ähm ja, sind ganz ok.“ „Du findest sie auch gut? Cool, dann mach ich schnell die CD an.“ Scheiße, was hatte ich nur wieder gesagt?
Der ersten Töne erklangen und dann fing Bill an zu singen:

Das Fenster öffnet sich nich mehr
Hier drin ist es voll von dir und leer

Mir stiegen die Tränen in die Augen und ich ging schnell ins Bad. Na ja, immerhin wusste niemand von der Familie, dass ich mal mit Bill zusammen war, dass würde die Sache nur noch schlimmer machen.
Als ich wieder zurück kam, lief zum Glück andere Musik, anscheinend hatten sich die Erwachsenen beschwert.
Ich dachte über Bills Stimme nach, wie schön sie sich doch angehört hatte...Doch da riss mich Mareike wieder aus meinen Gedanken: „Spielst du mit mir was?“ So verbrachte ich dann den Rest des Tages mit beim Monopoly spielen.
In den darauffolgenden Tagen passierte nichts außergewöhnliches, ich wurde in der Schule weiter gedisst und stürzte mich immer mehr in Arbeit, lernte fast nur noch um mich abzulenken und hin und wieder traf ich mich mit Lotte, das Thema Bill versuchte ich soweit wie möglich zu meiden, versuchte alle Gefühle einfach zu verdrängen. Dies gelang mir auch einigermaßen, bis ich eines Tages mal wieder bei Lotte zu Hause war, war sie gerade auf der Toilette, als ich mir ihre CDs anschaute, plötzlich fand ich eine CD, wo TH als Cover war, sie hatte um Tom ein Herz gemalt. Die CD hieß Schrei und war wohl ihr erstes Album. Da kam schon Lotte wieder, als sie sah, was ich in der Hand hielt, stand sie wie versteinert da. „Ich will es hören.“ Sagte ich mit kalter Stimme. „Bist du dir sicher?“ stammelte sie. „Ja.“ Vorsichtig legte sie die CD in den CD Player und das erste Lied erklang, es hieß Schrei, genauso wie das Album. Bei Bills Stimme fing ich an zu zittern. So hörte ich mir das komplette Album an, bei Rette mich liefen mir die Tränen. Lotte wollte mich in den Arm nehmen, doch ich wollte nicht, ich wollt ein Ruhe das Album fertig hören. Als der letzte Ton von Unendlichkeit erklang, umarmte ich sie doch, wie froh ich doch war, dass ich sie hatte.
Am nächsten Tag las ich in der Zeitung, dass Schrei auf Platz 1 war. 10 Minuten später rief meine kleine Cousine mal wieder an, sie hatte es wohl auch gehört und quasselte fröhlich druaf los. Weil ich aber mit meinen Gedanken ganz woanders war, gab ich nur immer Mal ein ja oder ok von mir, plötzlich schrie sie erfreut auf. „Äh was ist?“ fragte ich erschrocken. „Na ich freu mich, dass du mitgehst, alleine hätte ich nämlich nicht gedurft.“ „Häh? Wohin denn?“ Ich hatte wirklich keine Ahnung wovon sie sprach. „Na, dass du mit mir aufs Konzert von Tokio Hotel gehst. DAAANKE!!!“ Scheiße, zu was hatte ich nur zugestimmt?! „Ich weiß gar nicht, ob deine und meine Mutter damit einverstanden sind.“ Begann ich vorsichtig. „Kein Problem, alles schon geregelt. Ich schick dir die Karte zu, das Konzert ist in 3 Wochen. Tschüüüüüüüs und noch Mal daaaaanke.“
Ich wollte noch was erwidern, doch sie hatte schon aufgelegt. Konnte es schlimmer kommen? Warum musste gerade ich mit auf das Konzert? Warum ich? Ich wollte ihn nicht sehen, es würde alles nur noch mehr verschlimern. Doch zu spät, ich musste....

 Photo Sharing and Video Hosting at Photobucket

Kapitel 5:

Tinas Sicht:

Jetzt waren es nur noch 3 Tage bis zum Konzert und ich hatte eine höllische Angst davor. Da rief mal wieder Mareike an und ich hatte schon die Hoffnung, dass das Konzert ausfallen würde, doch als ich ihre fröhliche Stimme hörte, war auch diese Hoffnung wie weggeblasen. „Wir übernachten vor der Halle, damit wir ganz vorne stehen!“ rief sie stürmisch ins Telefon. Bitte was?! Hatte ich mich gerade verhört? Ich sollte da übernachten? Und dann würde ich in der 1. Reihe stehen?! „Oh mein Gott!“ mehr bekam ich nicht heraus, doch sie betrachtete das als positive Antwort und dachte wohl, es hätte mir vor Freude die Sprache verschlagen. „Super ich komm dann bei dir so um 4 vorbei.“ Schon wieder hatte sie einfach so aufgelegt. Wie konnte eine 10-jährige so verrückt sein?! Völlig aufgelöst rief ich Lotte an und erzählte ihr alles: „Na ist doch super.“ Super? Sie fand das super? „Äh bitte was?!“ „Ähm ich meinte natürlich super für Mareike, weil sie dann auch was sieht, nicht für dich.“ Na toll, jetzt fiel sie mir auch noch in den Rücken, wortlos legte ich auf.
Ein Tag vor dem Konzert kam Lotte vorbei um sich zu entschuldigen. Ich war froh, dass wir uns wieder vertragen hatten und erzählte ihr von all meinen Sorgen und geduldig hörte sie mir zu, obwohl sie sich das alles schon 1000 mal anhören musste. Da klingelte es schon und meine Cousine war da. „Bereit?“ fragte sie mich aufgeregt. Sie hatte ein T-Shirt an mit Bills Gesicht und sofort spürte ich einen Stich in meinem Herzen. Lotte verabschiedete sich und flüsterte mir noch leise zu: „Du schaffst das schon.“ Ich nickte und lächelte sie dankbar an.
Als wir an der Halle ankamen, warteten schon ungefähr 50 kreischende Mädchen. Missmutig stellte ich mich an und die Zeit verging so langsam wie noch nie. Um 23 Uhr wollte ich eigentlich schlafen, doch da holte ein Mädchen ein CD-Player raus und das Album lief rauf und runter, während die Mädels schief mitsangen. Um 2 Uhr konnte ich die Songs mehr als auswendig und wollte endlich schlafen, doch die anderen waren wohl noch gar nicht müde, da fiel mir etwas ein: „Also, wenn ihr jetzt nicht schlaft, habt ihr morgen Augenringe und dann finden euch Bill und Tom gar nicht sexy.“ Das half, sofort legten sie sich hin und bis 10 Uhr am nächsten Morgen hatte ich meine Ruhe. Als ich aufwachte, sah ich gut 200 Mädels hinter mir stehen und es wurden immer mehr... Vorsichtig fragte ich Mareike, wie viele noch kommen würden. „So um die 6000.“ Hatte ich mich etwa verhört? 6000? Na das konnte ja was werden, dachte ich schlechtgelaunt. Die Zeit verging wieder im Schneckentempo und die Songs musste ich mir noch einige Male anhören, bis endlich Einlass war. In der Halle standen wir dann doch tatsächlich in der 1. Reihe, direkt in der Mitte, das durfte doch nicht wahr sein. Eine Stunde mussten wir noch warten, während 6000 Mädels hinter mir sich die Seele aus dem Leib krischen. Langsam durften die doch eigentlich gar keine Stimme mehr haben. Da fing es auf einmal an, das Gekreische wurde noch lauter und Georg, Tom und Gustav betraten die Bühne, doch wo war Bill? Als Tom mich sah, schaute er sehr erschrocken, doch ich sah ihn nur feindselig an, so dass er sofort in eine andere Richtung guckte. Dann hörte man Bills Stimme, aber zu sehen war er immer noch nicht, bis er plötzlich auf die Bühne sprang, als ich ihn sah, durchflutete mein Körper ein warmer Schauer, er hatte mich noch nicht gesehen, doch was würde passieren, wenn er mich sah?

Photo Sharing and Video Hosting at Photobucket 

Kapitel 6: 

Bills Sicht:

Das Konzert war bisher echt geil und jetzt endlich kam auch noch mein Lieblingslied Schrei, dazu konnte man immer so geil abrocken und ich suchte mir immer total gerne Mädchen aus, die dann mit mir das Ende singen durften, weil ich immer total glücklich war, wenn ich sah, was ich ihnen damit für eine Freude machen konnte. Jetzt endlich war es soweit, ich suchte die 1. Reihe ab, bis mein Blick plötzlich bei einer stoppte, meine Augen hefteten sich an sie, doch sie schaute immer weg. Mein Herz begann schneller zu schlagen, sollte ich sie nehmen oder nicht? Ich überlegte fieberhaft, bis ich Tom von hinten leise hüsteln hörte, ich drehte mich zu ihm um und er gab mir zu verstehen, dass ich mich so langsam mal entscheiden sollte. Also nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und sagte: „Das Mädchen mit den blonden Haaren und dem schwarzen Shirt.“ Erschrocken schaute sie mich an und schüttelte mit dem Kopf, doch zu spät, sie war schon auf der Bühne. „Hallo, wie heißt du denn?“ ich zitterte am ganzen Körper, so aufgeregt war ich. „Tina.“ Sagte sie mir trockener Stimme. „Schön Tina, dann lass uns zusammen weitersingen.“ Meinte ich mit gespielt fröhlicher Stimme. Sie sah mich zwar sauer an, nickte aber, so begannen wir zu singen.
Vorsichtig legte ich meine Hand auf ihre Schulter und streichelte sie zärtlich, so wie ich es früher immer getan hatte, da flüsterte sie mir leise zu: „Bitte Bill lass das, es ist schon schwer genug mit dir hier oben zu stehen.“ Ich verstand sie zwar nicht ganz, weil es so laut war, aber als ich in ihr trauriges Gesicht sah, wusste ich was sie meinte und ließ es sein. Es war, als würden tausend Messer in mein Herz gerammt werden, sie wollte also wirklich nichts mehr mit mir zu tun haben.
Dann war Schrei auch schon vorbei, ich wollte sie noch ein letztes Mal umarmen, aber sie war schon weg. Ich wäre am liebsten von der Bühne gesprungen um ihr nachzurennen, aber das konnte ich ja schlecht bringen, also musste ich so tun, als ob nichts sei und das Konzert ging weiter. Nur Tom konnte ich natürlich wieder nicht täuschen, ich spürte die ganze Zeit, wie seine Blicke auf mir ruhten, wenn ich mich umdrehte, schaute er mich durchdringlich an und setzte seinen: Ich-weiß-ganz-genau-das-es-dir-nicht-gut-geht-will-später-alles-wissen Blick auf.  So ging das komplette Konzert weiter, ich suchte manchmal Tina und versuchte Blickkontakt mit ihr aufzubauen, doch sie sah demonstrativ weg.
Bei ich bin nicht ich sah ich jedoch meine Chance, ich kündigte es anders an als sonst: „Ich bin nicht ich ist ein Song, der mir sehr nahe geht, ich habe vor einem Jahr einen großen Fehler gemacht und dadurch bin ich auf die Idee für dieses Lied gekommen, ich glaube die Person weiß, dass sie gemeint ist. Wenn ihr auch so ein Gefühl kennt, dann singt jetzt so laut wie’s nur geht mit, ich will euch alle hören!“ Die Fans krischen, doch Tina schien dies nicht zu interessieren, sie starrte immer noch auf den Boden. Ich sang mit so viel Gefühl, wie ich es noch nie getan hatte, beim Refrain kniete ich mich dann an den Bühnenrand direkt vor sie. Unweigerlich musste sie mich angucken. Ich streckte meine Hand aus und berührte erst ein paar andere Fans, dann kam ich zu ihr, ich hielt meine Hand länger als gewöhnlich hin und Tina streckte sie auch aus, in diesem Moment stand die Zeit für mich still, auch wenn sie meine Hand nur 3 Sekunden berührte, es waren die schönsten Sekunden meines Lebens.
Ich stellte mich wieder hin und das Konzert wurde doch noch schön, auch wenn sie mich nicht mehr beachtete.

Tinas Sicht:

Was glaubte der bitte, wer er war? Nahm er mich doch tatsächlich bei Schrei auf die Bühne und dann streichelte er mich auch noch so zärtlich. War der von allen guten Geistern verlassen??? Aber die Krönung gab er dem ganzen dadurch, dass er ich bin nicht ich so dumm ankündigte. Aber als er sich dann vor mich kniete, konnte ich nicht mehr anders, ich musste ihn anschauen und streckte wie automatisch meine Hand zu ihm. Ein Blitz durchfuhr meinen Körper und mein Herz machte einen Hüpfer. Hey, was denke ich eigentlich? Ich liebe diesen Trottel nicht mehr, also war es auch nur eine ganz normale Berührung, nicht mehr und nicht weniger, er hatte sich bestimmt auch nichts dabei gedacht. Doch den letzten Satz, konnte ich einfach nicht glauben, so oft ich ihn auch sagte, ich zweifelte immer wieder dran. Aber warum, warum hatte er Schluss gemacht, wenn er es doch angeblich als Fehler betrachtete?
Dann endlich war das Konzert vorbei. Ich strömte so schnell es ging aus der Halle, Mareike klammerte sich an meine Hand um nicht verloren zu gehen. Draußen angekommen, fragte sie sofort: „Wie war’s, wie war’s? Nach was hat er gerochen, wie hat er sich angefühlt?“ „War ok.“ gab ich knapp zurück. Zu meinem Glück fragte sie auch nicht weiter nach, doch leider auch nur, weil sie schon die nächtse Idee hatte: „Wir könnten doch zum Hotel fahren, das liegt nicht weit von hier entfernt.“ Ich schaute sie mit aufgeklapptem Mund an, jetzt hatte ich gerade das Konzert überstanden, jetzt sollte ich sie schon wieder sehen? „Das erlaubt deine Mutter doch niemals.“ Meinte ich hoffnungsvoll. „Hehe, überlass das nur mal mir.“ Sagte sie und grinste schelmisch. Was hatte die Göre nur jetzt wieder vor?
Als wir ins Auto stiegen, erzählte sie wie toll das Konzert doch war und dass ich auf die Bühne geholt wurde. Dann fragte sie vorsichtig: „Sag mal, kannst du uns eigentlich zum Hotel von denen fahren? Ist keine 10 Minuten entfernt. „Du bist wohl verrückt geworden.“ Meinte meine Tante. Ich lächelte schon siegessicher, doch Mareike hatte schon einen Plan. Sie fing an zu weinen: „Aber ich will doch Bill auch einmal sehen. Tina war auf der Bühne und hat erzählt wie toll es war und ich weiß es nicht. Das ist so unfair, warum haben immer die anderen so ein Glück.?“ Das funktionierte, ihre Mutter ließ sich breitschlagen. Es dauerte wirklich keine 10 Minuten und als wir am Hotel ankamen, standen schon so um die 10 Leute da. Ich hatte vorgeschlagen im Auto zu warten, um auf es aufzupassen, ein besserer Grund ist mir nicht eingefallen. Doch Anna (meine Tante) sagte schnell: „ Ach Quatsch, wenn wir schon mal hier sind, sollt du sie doch auch sehen, ich warte hier auf euch.“ Das war doch so ein guter Vorschlag, aber natürlich wurde mir wieder ein Strich durch die Rechnung gemacht.
Nach 5 Minuten kamen die Jungs dann. Sie gaben Mareike alle Autogramme und guckten mich fragend an, ich schüttelte nur den Kopf, also gingen sie weiter. Aber Bill blieb natürlich wieder stehen: „Schön, dass du hier bist.“ „Ich bin wegen meiner kleinen Cousine hier.“ Sagte ich mit eisigem Ton. Er überhörte dies und redete weiter: „Bitte, ich will dir alles erklären, ich kann nicht mehr ohne dich leben.“ „Oh, das fällt dir aber früh ein.“ Gab ich mit schnippischem Ton zurück. Seine Augen füllten sich mit Tränen, da konnte ich nicht anders, als zu sagen: „Na gut, wann wollen wir uns treffen und wo?“ Ein Lächeln breitete sich auf seinen Lippen aus. „Wie wär‘s morgen um 3 bei mir zu Hause? Wir haben jetzt ein paar Tage frei. Du weißt doch noch, wo ich wohne oder?“ „Ja.“ Sagte ich schnell, er rief mir noch ein „Tschüss“ hinterher, aber ich war schon weg.
Im Auto dachte ich über die ganze Situation nach, was morgen wohl passieren würde?
 

 Photo Sharing and Video Hosting at Photobucket

Kapitel 7: 

Erzählersicht:

Als Tina am nächsten Morgen aufwachte, rief sie als erstes Lotte an und erzählte ihr alles. Diese war erst total geschockt, doch dann meinte sie: „Aber vielleicht will Bill dir ja wirklich alles erklären und er hat einen Grund, den du auch verstehen wirst. Vielleicht werdet ihr sogar wieder ein Paar und wenn nicht, dann weißt du wenigstens, warum er Schluss gemacht hat.“ „Ja schon, aber ich hab trotzdem Angst.“ „Lotte auflegen und ab ins Bett!“ Das war ihr Mutter, denn Lotte war eigentlich krank und sollte schlafen,  deshalb durfte sie auch nicht zu Tina kommen. Sie verabschiedeten sich voneinander und Tina ging wieder in ihr Zimmer. Sie stand wieder total lange vorm Spiegel und überlegte, was sie anziehen sollte. Da fiel ihr ein schwarzer Pulli auf, den hatte Bill total gerne gemocht, mit ihrer einen Jeans. Sollte sie diese Sachen anziehen? Sie hatte den Pulli seid der Trennung nur ganz selten angehabt. Schnell schrieb sie Lotte eine SMS, was sie machen sollte, diese antwortete auch schnell: Klar mach das, Bill werden die Augen ausfallen, wenn er dich sieht, du siehst total hübsch darin aus. Na gut, überredet. Schrieb sie zurück und ging erst mal ausgiebig duschen, als sie fertig war , schaute sie auf die Uhr und musste mit Entsetzen feststellen, dass es schon 2 Uhr war. „Scheiße!“ fluchte sie laut und zog schnell ihre Klamotten an, sie schminkte sich noch etwas, föhnte sich die Haare und um viertel vor 3 machte sie sich dann auf den Weg. Vor der Haustür der Kaulitz blieb sie stehen, sollte sie wirklich reingehen? Doch die Entscheidung nahm ihr Simone, die Mutter von Bill und Tom ab, denn die kam gerade aus der Tür raus. „Hallo Tina, wie geht’s dir? Dich hab ich ja schon lang nicht mehr gesehen. Bill ist oben in seinem Zimmer. Er ist schon total aufgeregt, weil du kommst, aber nicht ihm sagen, dass ich es dir gesagt hab.“ Freundlich lächelte sie sie an. „Jap kein Probelm mach ich nicht und danke mir geht’s eigentlich ganz gut.“ Sie betrat das Haus und musterte alles, es hatte sich nichts verändert, seitdem sie das letzte Mal hier war. „Bill?“ rief sie durchs Treppenhaus. Dieser kam auch schnell angelaufen. „Hi.“ „Hi“ Verlegen starrte er zu Boden. „Du siehst gut aus mit dem Pulli.“  „Danke.“ Dann war Stille, um diese zu unterbrechen, sagte sie schnell: „Wollen wir hoch in dein Zimmer?“ „Ähm ja, können wir machen.“ Wenn man Bill so im Fernseher sah, denkt man gar nicht, dass er so schüchtern ist, dachte sie und musste innerlich grinsen.
In Bills Zimmer angekommen, schaute sie sich wieder genaustens um und was sie da an der Wand sah, machte sie stutzig, da hing dich tatsächlich noch ein Bild von ihr und Bill. Liebte er sie noch? „Kannst dich ruhig aufs Bett setzen. Sorry, dass hier nicht so aufgeräumt ist.“ meinte Bill entschuldigend mit einem verschmitzen Lächeln. Mit der Zeit wurde die Situation auch lockerer und sie lachten sogar zusammen. Diese Gelegnheit nahm Tina war und fragte: „Was war letztes Jahr der Grund, warum du Schluss gemacht hast?“ Bills Lachen stockte sofort, betreten schaute er zu Boden. „I..Ich, ich kann es dir nicht sagen.“ Stammelte er leise „noch nicht.“ „Aber warum nicht? Wann denn dann? Ich will es endlich wissen, ich habe das ganze letzte Jahr wegen dir gelitten, jetzt sag mir endlich den Grund.“ „Aber wenn ich es dir sage, dann hasst du mich wieder.“ „Bill, ich habe dich nie gehasst, ich habe dich immer geliebt, auch wenn ich es mir nicht eingestehen wollte.“ „Danach schon.“ „Probier’s aus.“ Meinte sie auffordernd und so begann er zu erzählen. „Du weißt doch noch letztes Jahr im November, als Nadja diese Party gegeben hat? Wo du keine Zeit hattest.“ Tina nickte schnell. „Da bin ich ja dann alleine hingegangen mit Tom und da passierte es. Nadja hatte mich total abegfüllt und ich konnte nicht mehr klar denken, sie zog mich in einen Raum und es passierte alles so schnell, dass ich gar nicht reagieren konnte, sie riss mir meine Klamotten vom Leib und schlief mit mir. Ich kam mir total schäbig danach vor und wollte es dir am nächsten Tag sofort beichten. Doch Nadja rief mich immer wieder an, bis ich mich nochmal mit ihr getroffen hatte und das gleiche passierte. So ging es ein paar Tage, bis es mir zufiel wurde und ich sie in die Wüste schickte. Ich wollte dir alles erklären, aber ich habe mich nicht getraut, wusste nicht wie du reagieren würdest. Also sah ich sah ich keinen Ausweg, als mit dir Schluss zu machen. Es brach mir das Herz und ich lag wochenlang in meinem Zimmer und weinte, ich war nicht mehr ansprechbar. Doch ich habe im letzten Jahr gemerkt, dass ich nicht ohne dich leben kann, denn ich liebe dich Tina.“ „Du hattest Recht.“ antwortete sie kalt. „Womit?“ „Na damit, dass ich dich hassen werde, du bist ein elendes Arschloch und ich will dich nie, wirklich nie wieder sehen!“ brüllte sie ihn an, dann gab sie ihm noch eine Ohrfeige und Bill sank weinend zusammen. „Ach ja, jetzt noch heulen? Ich bin jawohl die, die das Recht dazu hat, nicht du. Wie kann man nur ein so verlogener Scheißkerl sein? Zu mir hast du immer gesagt du wärst noch nicht bereit um Sex mit mir zu haben, aber mit Nadja dieser Schlampe, poppst du fröhlich drauf los oder was?“ schrie sie ihn an mit Tränen in den Augen. „Nein, nein so war das nicht. Bitte ich liebe dich doch.“ „Und ich scheiß auf deine Liebe.“ Jetzt konnte sie ihre Tränen nicht mehr zurückhalten, sie störmten nur so über ihr Gesicht, wie konnte er ihr nur sowas antun? Sie rannte aus seinem Zimmer und knallte die Tür hinter sich zu. Sie rannte und rannte, ohne jedes Ziel, bis sie auf einmal auf einer Brücke stand. Sie sah das Wasser unten plätschern und überlegte doch wirklich einen kurzen Moment zu springen, doch den Gedanken vergaß sie schnell wieder, da kam schon Bill angelaufen: „Nicht springen!“ schrie er so laut er konnte. Da begann sie höhnisch zu lachen: „Du glaubst im Ernst, ich würde wegen einem Typen wie dir springen? Da hast du dich aber getäuscht, dazu bist du mir nicht wichtig genug.“ Das hatte gesessen, Bill rannte davon, auch ihm liefen die Tränen das Gesicht runter, doch das war ihm egal. Aber eigentlich hatte sie ja Recht, dachte er sich, er war ein Scheißkerl, er hatte sie betrogen und das nicht einmal sondern mehre Male mit dieser dummen Nadja. Als er endlich zu Hause ankam lies er sich erschöpft auf sein Bett nieder. Er konnte die ganze Nacht nicht schlafen, musste immer an Tina denken. Bis sein Körper um 4 Uhr dann seinen Schlaf forderte, doch er wachte ständig auf und wenn er mal schlief dann sehr schlecht. Was würde nur aus ihm und Tina werden? Würde überhaupt noch etwas aus ihnen? Oder hasste sie ihn wirklich so sehr ? Ihr Worte klangen so hart und ihre Stimme war so kalt. Noch nie hatte er einen Menschen so reden hören, doch gleichzeitig hat er die Traurigkeit in ihren Augen gesehen....Aber hätte er an ihrer Stelle anders reagiert? Immerhin hatte er sie nicht nur betrogen, sondern auch ein ganzes Jahr lang angelogen....

Photo Sharing and Video Hosting at Photobucket

Kapitel 8: 

Bills Sicht:

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, wäre ich am liebsten noch liegen geblieben, doch meine Mum zwang mich dazu aufzustehen, natürlich wusste sie schon alles, was passiert war, ich konnte ihr so etwas einfach nicht verschweigen. Sie versuchte mich deshalb ständig aufzuheitern, aber das machte alles nur noch schlimmer....
Aber im Prinzip verlief alles ganz okay, weil ich ja frei hatte.... bis Mittwoch. Ich hatte mich gerade fertig gemacht, da klingelte jemand stürmisch an der Tür, verschlafen machte ich auf und ein aufgeregter David lief mir entgegen: „Hey was ist denn los?“ „Hast du die neue Bravo schon?“ „Ähm nein wieso?“ Er knallte die Zeitschrift auf den Tisch „DESHALB!“ „Oh mein Gott!“ mehr konnte ich dazu wirklich nicht sagen. Ich war auf dem Cover mit Tina zusammen, als sie an der Brücke stand. Wir beide hatten ein verheultes Gesicht, mein kompletter Kajal war verschmiert. Titel war: Für Tokio Hotel das Aus? Ich schlug schnell die Seite auf. Dort waren noch mehr Bilder zu sehen. Im Artikel stand:
Das ist Tina M. die Ex-Freundin von Bill. Der Tokio Hotel Frontman hatte zwar vor einem Jahr Schluss gemacht, dennoch trauert er ihr noch hinterher. Er nahm sie auf die Bühne bei dem Konzert in Magdeburg, was ihr allerdings nicht gefiel. Auf der Brücke (s. Bild oben) hat sie ihn ausgelacht und er ist weinend zusammengebrochen, ist das schon das Aus für TH?
Weiter wollte ich nicht lesen, mir stiegen schon wieder die Tränen in die Augen, doch ich hatte gar keine Zeit traurig zu sein, denn da begann schon David zu reden: „Bist du bescheuert? Du kannst so eine Show doch nicht in der Öffentlichkeit abziehen! Was sollen die Fans denken?“ „Mir geht es gerade total beschissen und das einzige woran du denkst sind die Fans? Sag mal geht’s noch?“ was bildete der sich denn bitte ein. „Du bist nun mal ein Star und dann musst du aufpassen wie du dich benimmst. Im übrigen warum hast du dann Schluss gemacht, wenn du sie noch liebst?“ „Das geht dich ein Scheißdreck an.“ „Wenn du so eine Show abziehst, dann geht es mich mehr als einen Scheißdreck an, verstanden?“ Ich konnte einfach nicht mehr, mir ging es eh schon schlecht und jetzt machte der mich auch noch so runter. „Ich kann jetzt eh nichts mehr ändern.“ Sagte ich kalt. „Doch das kannst du!“ Hach, was ein Scherzkeks wie denn bitte. „Ach ja und wie?“ „In dem du ein Interview gibst, wo du Stellung dazu abgibst. Bei der Bravo sind schon total viel E-Mails angekommen von besorgten Fans.“ „Bitte David ich kann das nicht ma...“ Weiter kam ich nicht, ich fing auf einmal fürchterlich an zu weinen und sank auf einem Stuhl zusammen. „Jetzt stell dich nicht so an Bill, du hast dir das selber eingebrockt und du wirst dieses Interview geben, ob du willst oder nicht.“ schrie David ihn an. „Und was wenn nicht?“ Fragte ich schüchtern. „Dann kündige ich, dann kannst du sehen wie du zu recht kommst. Du bist zwar noch nicht so lange im Geschäft, aber lang genug um zu wissen, dass du so etwas nicht abziehen kannst.“ „Aber ich bin doch auch nur ein ganz normaler Junge, der Fehler macht. „Nein, das wärst du vielleicht gerne, aber das bist du nicht. Du bist ein Vorbild, ein Idol, ein Mädchenschwarm, jemand ohne Fehler und dieses Image MUSST du behalten. Ich habe dich vorgewarnt, bevor ihr berühmt geworden seid, jetzt ist es zu spät. Ich hol dich heute um 5 Uhr ab. Und komm ja nicht mit einem verheulten Gesicht an.“ Damit verließ er das Haus, ich wusste nicht, dass er so gemein sein konnte. Natürlich war auch keiner da, mit dem ich reden konnte, weil meine Mum und Tom shoppen waren, sie hatten probiert mich zu überreden mitzukommen, aber ich wollte nicht, hätte ich es nur getan..... Dachte ich verzweifelt.

Mareikes Sicht:

Es war mal wieder Mittwoch und ich kaufte mir wie immer die Bravo, ich schaute sie mir im Geschäft noch gar nicht an, nur das Hinterblatt. Zu Hause setzte ich mich dann gemütlich auf mein Bett und nahm die Bravo in die Hand, doch als ich auf das Titelblatt schaute, war ich total geschockt. Das konnte doch nicht wahr sein, war das wirklich Tina da, meine ältere Cousine? Schnell schlug ich die Seite auf und als ich den Text las und noch weitere Bilder sah, wurde mir bewusst, dass sie es wirklich sein musste. Warum hatte sie mir nie davon erzählt?
 „MAMA!“ brüllte ich durchs ganze Haus. „Was ist denn Schatz?“ „Komm mal bitte gaaaanz schnell hoch!“ „Jetzt wart doch mal, was gibt’s denn?“ „Komm jetzt sofort bitte, Tina ist in der Bravo.“ „Unsere Tina?“ fragte sie verwundert. „Jap unsere.“ Sofort kam sie angerannt, ich gab ihr die Zeitung und während sie sich den Artikel durchlas, klappte ihr die Kinnlade runter. „D-das kann doch nicht wahr sein. Ich ruf sofort Marie an. Sie rannte nach unten und ich hinterher. „Ich rede erst mit ihr, dann erzähl ich dir alles ok?“ Und schon, war sie weg, na toll, wegen mir wusste sie von der Sache und ich durfte nicht zuhören....

Erzählersicht:

Anna rief sofort Marie an, um ihr alles zu erzählen. „Hallo Marie.“ „Ach hallo Anna, wie geht’s?“ „Gut gut, aber keine Zeit jetzt dazu.“ „Ähm ok, was gibt’s denn?“ „Hast du schon die neue Bravo?“ „Ne so etwas lese ich normalerweiße nicht.“ „Gut, dann setz dich erst Mal hin.“ Tina’s Mutter war zwar etwas überrascht, tat aber was ihre Schwester ihr gesagt hatte. „Also, bitte jetzt nicht aufregen, aber Tina war vor einem Jahr mit Bill zusammen. Er hat mir ihr Schluss gemacht, will sie aber wieder zurück. In der Bravo ist ein Bild von beiden, sie stehen an einer Brücke, haben ein verheultes Gesicht und sie lacht ihn aus. Er ist dann weinend weggerannt. Der Titel von dem Artikel ist: Das Aus für Tokio Hotel?“ „Was?! Das kann doch nicht wahr sein. Jetzt weiß ich auch, warum sie sich das letzte Jahr so komisch benommen hat. Ich muss mal auflegen, das kam gerade etwas unerwartet. Tschüss und danke, dass du angerufen hast.“ „Ja ok bis dann Bye.“
Als sie aufgelegt hatte, rannte sie sofort zum nächsten Zeitschriftenladen, sie wollte sich davon selbst überzeugen. Sie nahm die Bravo aus dem Regal und das erste was sie sah, war ihre Tochter auf dem Titelblatt, sie bezahlte so schnell wie möglich und setzte sich in den Park auf eine Bank. Sie las sich den Artikel durch und alles war so, wie es Anna gesagt hatte. Sie fing an zu zittern und eine Träne rollte ihr über die Wange. Das durfte nicht wahr sein, das konnte nicht sein, warum hatte Tina ihr alles verschwiegen, warum hatte sie nichts gemerkt, warum hatte sie erlaubt, dass sie auf das Konzert gehen durfte? Das musste die Hölle für sie gewesen sein. Diese Fragen schwirrten ihr durch den Kopf, als sie nach Hause kam. Dort überlegte sie, was sie wohl machen sollte. Dann kam ihr eine Idee. Tina war ja nicht zu Hause, also nahm sie die Zeitung und legte sie auf ihr Bett. Dann ging sie runter, setzte sich aufs Sofa und wartete auf ihre Tochter.
Nach einer Stunde kam sie endlich und das erste was sie von oben hörte war ein Schrei, dann war Stille, sie überlegte, ob sie hochgehen sollte. Sie entschied sich für ja und was sie dann sah, hätte sie so nie erwartet.....

Kapitel 9:

Tinas Sicht:

Es war eh schon alles scheiße genug und jetzt noch das. Ich als Cover bei der Bravo mit so einem Bild und von wegen Aus für Tokio Hotel, soll ich jetzt noch Schuld sein, wenn diese Scheißbabys sich trennen?! Was sollte denn der Mist? Ich war in meinem ganzen Leben noch nie so sauer wie jetzt. Ich riss sämtliche Fotos von Bill in kleine Fetzen und schließlich noch die Bravo. Dann stellte ich mich vor den Spiegel und wollte gerade zuschlagen, meine ganze Wut rauslassen, da stand auf einmal meine Mutter hinter mir, entgeistert schaute sie mich an. „Was machst du da?!“ „Nach was sieht‘s denn aus?“ fragte ich wütend. Was wollte die denn jetzt hier? Konnte die nicht verschwinden? „Warum hast du mir nie davon erzählt?“ fragte sie vorsichtig. „Weil es dich nichts angeht und jetzt verschwinde.“ „Ich bleibe so lange hier, bis du mir es erzählt hast.“ „Na gut, dann geh ich halt.“ Schrie ich sie an. Was bildete die sich denn bitte ein? Ich stürmte aus dem Raum und meine Mutter blieb verdutzt zurück. Ich lief und lief ohne jedes Ziel, als ich nicht mehr konnte blieb ich stehen und wo war ich gelandet? Natürlich wieder an dieser dummen Brücke, das machte mich noch wütender , so dass ich mit aller Wucht einen Stein wegtrat, da hörte ich ein lautes Fluchen: „Kannst du nicht aufpassen du dumme Göre?“ Ups, ich hatte ihn wohl getroffen. Ich musste etwas Lächeln, doch als ich sah, wer mich angemotzt hatte, verschwand es wieder. Es war David, der Produzent von Tokio Hotel, glaubte ich zumindest. „D-du bist doch David, oder?“ „Ja und du bist die, die Bill so verletzt hat. Und wegen der TH so viele Probleme hat.“ Was fiel dem denn jetzt ein?! Was hatte ich getan? Bill hat mich betrogen nicht ich ihn, das sagte ich ihm auch geradewegs ins Gesicht und damit hatte er wohl nicht gerechnet. „Er hat was?“ fragte er total geschockt. „Ja, du hast schon richtig gehört.“ Meinte ich so abweisend wie es ging. „Scheiße.“ schrie er laut und rannte weg. Was war das denn bitte gewesen? Hatte Bill ihm das nicht gesagt? Stellte der jetzt alles so hin, als ob ich ihn verletzt hätte?! Dafür hasste ich ihn noch mehr!

Bills Sicht:

Nervös schaute ich auf die Uhr, es war viertel vor 5, gleich wollte David kommen, hatte er es vergessen? Doch zu früh gefreut, es klingelte schon an der Tür. „Sag mal, du bist ja total bescheuert.“ „Was hast du denn jetzt schon wieder?“ „Ich habe Tina gesehen.“ „Oh....“ „Nichts oh, sie hat mir erzählt, du hättest sie betrogen!“ Ich nickte nur stumm, scheiße, warum hatte sie ihm das nur gesagt? „Du bist so ein mieses Arschloch. Und so etwas mögen so viele Mädchen in Deutschland, wenn die nur wüssten, wie du wirklich drauf bist, hassen würden sie dich.“ Das war zu viel, ich schlug David mitten ins Gesicht, doch er fing nur an zu lachen. „Du glaubst im Ernst, du könntest mir etwas antun? Ach komm, stell dich doch nicht blöder an, als du bist. Du bist so klein und mickrig, du hast doch gar keine Kraft und jetzt komm, wir müssen los.“ Er packte mich fest am Handgelenk und ich konnte mich nicht wehren. Er zog mich zum Auto und auf dem Weg zum Interview, sagten wir kein Wort. Nach 10 min waren wir da und zitternd stieg ich aus dem Wagen. „Beeil dich.“ sagte er barsch. Drinnen angekommen, schaute ich mich ängstlich um, ich wollte hier nicht sein. Ich war gerade am Überlegen, ob ich nicht schnell weglaufen sollte, doch zu spät, ein Mann kam auf mich zu: „Ah Herr Kaulitz, wir warten schon. Dritte Tür rechts bitte.“ Ich machte mich mit David auf den Weg und als ich den Raum betrat, kam mir ein riesiges Blitzlichtgewitter entgegen. „Du hast mir nicht gesagt, dass es eine Pressekonferenz ist.“ Flüsterte ich David zu. „Tja.“ Meinte er nur kurz und zog mich mit sich. Ich kam mir in meinem ganzen Leben noch nicht so schäbig vor, doch viel Zeit zum Nachdenken blieb mir nicht, denn da begannen schon die ersten Fragen.

Tinas Sicht:

Ich machte mich auf den Rückweg und zu Hause angekommen, legte ich mich erst Mal vor den Fernseher. Ich machte VIVA an und auf einmal meinte Klaas: „Hier ist die ersehnte Pressekonferenz mit Tokio Hotel Frontman Bill, was wird er wohl sagen? Seid gespannt.“ Ich wollte eigentlich wegschalten, aber irgendwie interessierte es mich doch. Die erste Frage kam: „Herr Kaulitz, warum haben Sie mit dieser Tina Schluss gemacht? Wieso bereuen sie es jetzt?“ Bill schaute sehr ängstlich aus: „Ich weiß auch nicht, ich hätte es nie so weit kommen lassen dürfen. Es war ein Fehler, ich hab alles kaputt gemacht und ich verstehe sie.“ „Glauben sie, es wird noch mal etwas aus Ihnen?“ „Ich hoffe es sehr, aber ich denke nicht. Ich habe sie zu sehr verletzt.“ David boxte ihn in die Seite und schaute ihn böse an. „Eine kurze Pause bitte.“ Meinte er schnell und zerrte Bill aus dem Raum. Die Kameras folgten ihnen und einer schaffte es sogar, die beiden zu filmen, als sie in einem anderen Raum waren und man konnte hören, was sie sagten: „Ich hab dir gesagt, was du sagen sollst, du willst Tina NICHT mehr zurück. Haben wir uns verstanden?“ Bill nickte nur ängstlich. Sie verließen wieder den Raum und die Fragen gingen weiter: „Lieben Sie Tina?“ „Nein tue ich nicht. Ich habe sie mal geliebt, aber jetzt nicht mehr.“ „Aber eben wollten sie sie doch noch zurück.“ „Ähm na ja, also eigentlich ja nicht.“ David schaute sehr zufrieden, aber Bill sah aus, als würde er gleich anfangen zu heulen. „Die Fans werden sicher sehr froh sein, dass sie nicht mehr mit Tina zusammen sind oder was denken sie?“ „Ja vielleicht. Aber eigentlich würde ich mir wünschen, dass sie einverstanden wären.“ Der Reporter nickte nur stumm. Dann kam ein anderer: „Warum war das dann an der Brücke? Wenn sie sie doch anscheinend nicht mehr lieben?“ „Och das war ein Ausrutscher. Die Pressekonferenz ist jetzt auch leider schon vorbei, ich hab noch einen Termin. Bill stürmte aus dem Raum raus und Klaas kam wieder zu Wort: „ Das war ja was. Na da bin ich mal gespannt, wie das alles weitergeht, wir werden natürlich berichten. Und jetzt viel Spaß mit Tokio Hotel und Durch den Monsun, als alles noch in Ordnung war.“ Ich machte den Fernseher aus. Die Pressekonferenz hatte mich sehr nachdenklich gemacht. Ich war noch total sauer, aber irgendwie hatte ich auch Mitleid mit Bill, er sah so traurig und ängstlich aus. Ich rief erst Mal Lotte an, ich brauchte mal wieder jemanden zum Reden.

Bills Sicht:

Oh Gott, das war ja mal total schlimm, ich rannte aufs Klo und hoffte, David würde mich nicht sehen, doch zu spät, er stand schon neben mir. „Gut, wenigstens das hast du so einigermaßen auf die Reihe gekriegt. Aber der Abgang zum Schluss hätte echt nicht sein müssen.“ „Ja was kann ich dafür, wenn ich die ganze Zeit lügen musste?“ „Du musstest nicht lügen.“ „Doch, denn ich liebe Tina.“ „Dann hättest du sie nicht betrogen.“ „Ich habe das nicht gemacht, weil ich sie nicht geliebt hab, es kam einfach so über mich, ich kann mir das heute nicht mehr erklären und das wird auch nie wieder vorkommen. Kannst du mich jetzt nach Hause fahren?“ „Ja ist okay.“ Wir fuhren nach Hause und ich schaute nachdenklich aus dem Fenster. Als wir zu Hause ankamen, wollte ich eigentlich nur noch ins Bett, aber zu früh gefreut, meine Mutter und Tom waren da und sie hatten die Pressekonferenz gesehen, jetzt wollten sie alles wissen, warum mich David rausgenommen hatte, warum er das gesagt hatte, warum ich zum Schluss gelogen hatte...Also fing ich an zu erzählen: „Ich musste das sagen, wegen David, er wollte es so, wegen den ganzen Fans usw. Aber ich liebe Tina doch noch, ich will zurück zu ihr. Und sie will das bestimmt auch, sie will sich das alles nur nicht eingestehen, weil sie noch so verletzt ist. Ich will doch nur noch eine Chance, ich würde alles, wirklich alles anders machen.“
Die beiden nickten nur und sagten noch ein paar aufmunternde Worte und ich ging in mein Bett. Bevor ich einschlief nahm ich mir noch vor, ich würde noch Mal zu Tina gehen, ihr alles erklären. Ich würde um sie kämpfen.


Photo Sharing and Video Hosting at Photobucket

Kapitel 10:

Bills Sicht:


Das war ja ein Tag gewesen gestern. Aber als ich heute morgen aufwachte sah alles schon wieder etwas besser aus. Ich hatte eine Nacht drüber geschlafen und ging motiviert in den Tag rein. Heute wollte ich mit Tina reden.
Ich duschte erst mal ausgiebig und stylte mich noch eine Stunde, bis ich endlich halbwegs mit mir zufrieden war. Ich ging in die Küche runter, wo meine Mutter und zu meinem Erstaunen auch schon Tom saßen und frühstückten. „Morgen.“ Kam es gutgelaunt von den beiden. „Morgen.“ Gab ich noch etwas verschlafen zurück. „Und was hast du heute vor?“ wollte Tom interessiert wissen. „Ach ich weiß auch nicht.“ Mit einem lauten Seufzer ließ ich mich auf einen Stuhl sinken. „Ganz einfach, du erklärst und sagst es ihr, so wie du es uns beiden gestern erklärt hast.“ „Ja schon, aber sie wird mir wahrscheinlich gar nicht zuhören.“ „Wenn sie dich noch liebt, wird sie dir zuhören.“ Meinte Tom beschwichtigend. „Ich hoffe doch mal.“ Schweigend aßen wir weiter und ich überlegte die ganze Zeit fieberhaft, wie ich es Tina erklären könnte...
Nach dem Essen ging ich nach oben in mein Zimmer, stellte mich vor den Spiegel und probierte sämtliche Posen aus und Sprüche. Ich übte alles ganz genau, wie ich mich vor Tina zeigen wollte... Auf einmal hörte ich ein Schmunzeln an der Tür. Ich drehte mich um und wer stand da? Genau, Tom. „Heyyyy!!!“ schrie ich los und da musste Tom richtig anfangen zu lachen. „Was war denn bitte so komisch?“ fragte ich etwas säuerlich. „Es war nicht komsich, es war total süß.“ Nun brach er in ein Lachanfall aus. Ich warf ein Kissen nach ihm und er kam auf mich zugerannt, wir beschmissen uns mit Kissen und kitzelten uns gegenseitig durch. Ein klein Moment schaute ich nicht hin und schon saß Tom auf mir, er äffte mich die ganze Zeit nach und lachte und lachte. Diesen Moment nutzte ich aus und schon saß ich auf Tom, ich kitzelte ihn solange durch bis er rief: „Erbarmen, bitte hab erbarmen, ich ergebe mich.“ „Wirst du mich auch nie wieder auslachen?“ Tom überlegte einen Moment und dann meinte er total ernst zu mir: „Also das kann ich dir leider nicht versprechen.“ Wir fingen beide wieder an zu lachen und ich rollte mich von ihm runter. So ein Spaß hatte ich lang nicht mehr, doch als ich in den Spiegel sah, verging mir das Lachen: „Toooooom!“ „Wasn?“ „Ich hab mich voll umsonst gestylt, guck mal wie ich ausseh.“ Er lachte noch kurz und verkrümelte sich dann schnell aus meinem Zimmer. So saß ich also wieder eine Stunde im Bad, bis ich mich auf den Weg zu Tina machte.

Erzählersicht:

Mit zitternden Händen klingelte Bill und Tina’s Mutter machte auf. Interessiert schaute sie ihn an: „Du bist doch Bill von Tokio Hotel oder?“ „Ja, der bin ich. Ist Tina da?“ „Warum?“ Weil ich mit ihr reden will.“ „Denkst du, dass es so eine gute Idee ist?“ „Bitte, ich will nur noch ein einziges Mal mit ihr reden!“ „Sie ist nicht da, aber du kannst ja trotzdem reinkommen und drinnen auf sie warten.“ „Ja okay dankeschön.“ Er folgte ihr ins Wohnzimmer und forderte ihn auf sich zu setzen. „Du zitterst ja richtig, ist dir kalt?“ fragte sie und lächelte. „Nein, nein schon gut.“ Er zitterte zwar, aber nicht weil ihm kalt war, sondern weil er eine riesen Angst hatte. „Willst du was trinken?“ „Nein danke.“ „Mmh... okay. Willst du mir erzählen, was passiert ist und was du Tina sagen möchtest?“ „Also ich weiß nicht..“ doch weiter kam er nicht, denn sie redete schon weiter: „Na ja, wenn du nicht willst. Aber ich höre dir gerne zu.“ „Na gut.“ So fing er an: „ Also wir waren 1 Jahr zusammen und total glücklich, bis ich aus heiterem Himmel Schluss machte, ohne Tina einen Grund zu nennen. Sie war am Boden zerstört und seitdem haben wir kein Wort mehr miteinander geredet. Es war die Hölle für mich und die Hölle für sie. Letztens war sie dann auf einem Konzert von uns mit ihrer Cousine und ich nahm sie bei Schrei auf die Bühne, später kam sie noch ans Hotel, ich fragte sie, ob wir uns treffen könnten und sie stimmte nach etwas Überreden zu. Sie kam zu mir und ich erzählte ihr alles, ich hatte sie nämlich betrogen und deshalb mit ihr Schluss gemacht. Sie gab mir eine Ohrfeige und rannte weg, ich ihr hinterher, bis an die Brücke, dort schrie sie mich an und lachte höhnisch. Das fotografierte jemand und es kam in die Bravo, deshalb gab es eine Pressekonferenz und ich musste so tun, als ob ich Tina nicht mehr lieben würde, aber das stimmt nicht. Ich liebe sie, ich liebe sie über alles und will sie zurück, ich werde sie nie wieder so enttäuschen. Aber sie hat schon Recht, wenn sie mich jetzt für immer dafür hasst.“ Ihre Mutter nickte nur nachdenklich, doch da kam ein leises: „Nein.“ Schnell drehte sich Bill um und  sah, dass Tina an der Tür stand und schüchtern lächelte. „Nein?“ fragte er vorsichtig nach. „Nein, ich hasse dich nicht.“ Ihre Mutter verließ den Raum und sie redete weiter: „Ich bin verletzt und enttäuscht, aber trotz allem kann ich dich nicht hassen, so sehr ich es mir auch wünsche, es geht nicht, ich liebe dich trotzdem.“ Langsam ging er auf sie zu und schloss sie in seine Arme: „Wie lange habe ich auf diesen Moment gewartet.“ Flüsterte er ihr ins Ohr. Eine Träne kullerte ihr über die Wange. Bill wischte sie sanft weg. „Nicht weinen.“ „Tut mir leid, ich kann nicht anders, ich bin nur so froh, dass ich dich endlich wiederhabe.“ „Ich doch auch.“ Vorsichtig gab er ihr einen Kuss auf den Mund und sie erwiderte ihn zärtlich. Sie ließen sich auf die Couch fallen und küssten sich noch eine ganze Weile, bis Bill plötzlich stoppte: „Was ist los?“ wollte Tina wissen. „Ich, ich muss dir noch was sagen.“ Sie schaute ihn erwartungsvoll an. „Es tut mir so leid, ich habe so viel Mist gebaut und trotzdem willst du noch mit mir zusammen sein, ich weiß nicht, ob ich das könnte, aber ich bin so froh, dass du es schaffst und mich trotzdem liebst. Du bist das beste, was mir je passiert ist und ich will dich nie, wirklich nie wieder verlieren. Ich liebe dich sosehr und danke dass du mir verzeiht hast und...“ Doch weiter kam er nicht, Tina legte ihm ihren Zeigefinger auf die Lippen: „Psst. Rede nicht weiter, ich weiß was du mir sagen willst und ich liebe dich auch.“ Sie küssten sich noch kurz und lagen dann auf der Couch, keiner sagte etwas, aber beide genossen es.
Nach einer Stunde musste Bill sich verabschieden. Sie umarmten sich noch eine ganze Weile, er gab ihr einen Kuss und ging dann nach Hause. Als er da ankam, warteten seine Mutter und Tom schon gespannt: „Und?“ fragte sie wie aus einem Munde. Bill erwiderte nur ein Lächeln und die beiden verstanden. Er ging in sein Zimmer und war in diesem Moment der glücklichste Mensch auf Erden...